Die am meisten besuchten Medizinseiten im Internet

Die beliebtesten Medizinseiten : Hochschule erstellt Hitliste der Medizinseiten im Internet

(np) Das Internet ist zur wichtigsten Quelle für Gesundheitsinformationen in Deutschland geworden. Nach einer Umfrage der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) suchen drei Viertel der Deutschen im Netzwerk nach Krankheitssymptomen.

Doch wie gehen die Internauten bei ihrer Suche nach Informationen zu diesem höchst sensiblen Thema vor?  Dieser Frage sind Informatiker der Hochschule Heilbronn  nachgegangen und haben dabei die zehn bedeutendsten Medizin-Webseiten herausgefiltert. Sie kommen zu einem klaren Resultat: Wer im deutschsprachigen Gesundheitsweb nach medizinischen Informationen sucht, achtet auf Qualität. Informationsquellen seien in der überwiegenden Zahl der Fälle  Angebote öffentlicher Institutionen,  Seiten mit kommerziellem Hintergrund ließen die meisten Internet-Nutzer links liegen.

Der Medizininformatiker Richard Zowalla habe bei seiner Erhebung ein KI-Systen eingesetzt, das, so die Hochschule Heilbronn, „mit hoher Genauigkeit entscheiden kann, ob eine Webseite gesundheitsrelevant ist oder nicht“. Bei der Analyse, die von Mai 2019 bis Januar 2020 dauerte, seien 13,5 Millionen deutschsprachige Webseiten ausgewertet worden. Der dabei verwendete sogenannte Webcrawler ist ein Programm, das Internet-Links auszählt. Je mehr Links auf eine Seite mit Medizinthemen verweist, desto höher wird sie in der Auswertung eingestuft.

Als wichtigste Gesundheitswebseite in Deutschland gilt nach dieser Erhebung das Internetangebot des Robert-Koch-Instituts, der zentralen Einrichtung der Krankheitsüberwachung in Deutschland. Auf Platz zwei folgt das  Ärzteblatt (www.aerzteblatt.de), gefolgt vom Internetangebot des Berliner Universitätskrankenhauses Charité (www.charite.de) und der Deutschen Alzheimergesellschaft (www.deutsche-alzheimer.de).

Einrichtungen wie das Robert-Koch-Institut belegten nicht nur in Deutschland den ersten Platz auf der Liste der Medizinseiten, berichtet die Hochschule. In Österreich und in der Schweiz seien die Seiten ähnlicher öffentlicher Einrichtungen ebenfalls auf den ersten Rängen zu finden. „Bemerkenswert dabei ist, dass dies nicht unbedingt die Informationsangebote sind, die ein kommerzieller Suchmaschinenanbieter einem Anwender als Top-Treffer präsentiert“, erklärt Zowalla.

Wie wichtig die Wahl verlässlicher Informationsquellen zu medizinischen Themen im Internet ist, hatte eine Umfrage der Krankenkasse vor zwei Jahren gezeigt. Drei Viertel der Befragten hatten damals erklärt, dass die Suche nach Gesundheitsinformationen im Internet frustrierend sein könne, weil die Flut medizinischer Informationen gepaart mit den Sorgen um die eigene Gesundheit viele Menschen stark verunsichere. Die Krankenkasse rät deshalb, bei Gesundheitsinformationen immer auf die Quelle einer Nachricht und im Impressum der jeweiligen Webseite zu schauen, wie seriös der Anbieter dieser Informationen ist.