Deutschland-Cup 2018 in Krefeld war ein Erfolg

Eishockey-Turnier : Deutschland-Cup feiert erfolgreiche Premiere in Krefeld

DEB-Präsident Franz Reindl zog ein überaus positives Fazit nach der Deutschland-Cup-Premiere in Krefeld. In der Tat war das Eishockey-Turnier eine tolle Werbung fpr den Standort.

Die Eishockey-Stadt Krefeld ist um ein historisches Ereignis reicher. Von Donnerstag bis Sonntag war der Deutschland-Cup zum ersten Mal an der Westparkstraße zu Hause. Die Mitarbeiter der Arena sowie die Helfer der Pinguine und des Krefelder EV sorgten für eine gelungene Premiere und machten eine tolle Werbung für den Standort Krefeld. „Ich bin in mehrfacher Hinsicht unheimlich stolz. Zum einen, dass wir vom DEB überhaupt den Zuspruch bekommen haben. Zweitens, dass wir dieses Turnier gemeinsam mit dem DEB erfolgreich abgewickelt haben“, sagte Paul Keusch von der Seidenweberhaus GmbH als Betreiber des KöPa. Er bedankte sich besonders bei „seinem Team“ mit Hallen-Managerin Inge Klaßen an der Spitze: „Die haben einen Topjob gemacht. Ich freue mich schon auf die nächsten beiden Jahre“.

 DEB-Präsident Franz Reindl zog ein überaus positives Fazit: „Wir sind sehr gut aufgenommen worden. Hier kann man sich wohlfühlen. Man merkt, dass Krefeld eine Eishockey-Stadt ist. Wichtig ist, dass die Teams einen Standard vorfinden, der international notwendig ist. Der veränderte Spielmodus hat uns zwar Zuschauer gekostet. Aber das nehmen wir gerne in Kauf, denn die Gesundheit der Spieler geht vor.“ Auch Robert Schütt, Event- und Marketingchef des DEB, zeigte sich hochzufrieden: „Alles ist optimal gelaufen. Eigentlich brauche ich im kommenden Jahr mit meinem Team gar nicht mehr zu erscheinen. Die Leute hier haben alles im Griff.“

Auch wenn die deutsche Mannschaft bei den drei Abschiedsspielen von Bundestrainer Marco Sturm nicht gewinnen konnte, trübte das nicht die guten Leistungen seines Teams. An Kampf und Einsatzwillen fehlte es nicht. Bei den Niederlagen gegen Russland nach Verlängerung und gegen die Schweiz nach Penaltyschießen fehlte in den entscheidenden Phasen das notwendige Glück. Insgesamt stand das Turnier auf einem sehr guten Niveau. Besonders die Auftritte der jungen Teams aus Russland und der Schweiz waren echte Leckerbissen und an Schnelligkeit und Technik kaum zu überbieten. Nicht umsonst saßen viele Scouts aus der besten Liga der Welt (NHL) auf der Tribüne und machten sich reichlich Notizen.

Für die gute Stimmung auf den Rängen sorgten neben den Fans der DEB-Auswahl besonders die Anhänger der Russen. „Es sind viele Russlandfans aus dem Ruhrgebiet angereist. Wenn ihre Nationalmannschaft dabei ist, vermittelt das den hier lebenden Russen auch immer ein Stück Heimatgefühlt. Auch wir haben ja in unseren Nachwuchsmannschaften viele russischstämmige Mitglieder. In Russland ist Eishockey halt ein Volkssport“, sagte Achim Staudt vom KEV, der beim Turnier auch den Landesverband NRW als Vize-Präsident vertrat.

Die Fans der Pinguine verfolgten natürlich die Auftritte ihres Lieblings Daniel Pietta. Der Center, der am Sonntag im Spiel gegen die Slowakei geschont wurde, bot gegen Russland und die Schweiz seine vielleicht besten Vorstellungen im Nationaltrikot. Er erhielt von vielen Seiten ein dickes Lob. „Es hat super Spaß gemacht, mit Marcel Noebels und Leon Pföderl in einer Reihe zu spielen. Vielleicht können wir ja künftig weiter zusammen auflaufen. Aber mal sehen, wie sich der neue Bundestrainer entscheidet“, sagte das Krefelder Urgestein. Dass die Russen nur mit der B-Auswahl angereist waren, ist für Pietta kein Grund, das Turnier nicht hoch einzustufen: „Da sind Spieler auf dem Eis, die sich für die A-Mannschaft oder die NHL empfehlen wollen. Gegen so ein Team ist schwerer zu spielen, als gegen das Team mit den Stars.“

 Nach seiner Ankunft am Samstagvormittag lernte der neue Krefelder Torwart Ilya Proskuryakov sein Team am Sonntag beim Krafttraining kennen. Nach dem Spiel der Russen gegen die Schweiz marschierte er in die Kabine seiner Landsleute, von denen er viele persönlich kannte. und verabschiedete sie. Ob die Pinguine künftig alle drei DEL tauglichen Torhütern behalten, steht noch nicht fest. Am Rande des Turniers war zu erfahren, dass die Kassel Huskies aus der DEL 2 ihr Team gerne mit Patrick Klein verstärken wollen.

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