Deutsch-russisches Tauschgeschäft

Deutsch-russisches Tauschgeschäft

Kassel. Die Kasseler BASF-Tochter Wintershall setzt künftig verstärkt auf die Förderung von Rohstoffen und verabschiedet sich vom Gashandel. Das Unternehmen tauscht seine Beteiligungen an mehreren Gasspeichern und -händlern mit dem russischen Energiekonzern Gazprom gegen ein Viertel der Anteile an Erdgasfeldern in Westsibirien

Kassel. Die Kasseler BASF-Tochter Wintershall setzt künftig verstärkt auf die Förderung von Rohstoffen und verabschiedet sich vom Gashandel. Das Unternehmen tauscht seine Beteiligungen an mehreren Gasspeichern und -händlern mit dem russischen Energiekonzern Gazprom gegen ein Viertel der Anteile an Erdgasfeldern in Westsibirien. Wie BASF gestern mitteilte, fällt unter anderem die Kasseler Wingas vollständig in russische Hand.Das Tauschgeschäft stehe in Einklang mit der Strategie, die Exploration und Produktion von Öl und Gas auszubauen, sagte BASF-Vorstandschef Kurt Bock. Erst im Oktober hatten sich die Ludwigshafener in norwegische Öl- und Gasfelder eingekauft und dafür dem norwegischen Konzern Statoil gut eine Milliarde Euro gezahlt.Geplant ist etwa, dass Gazprom und Wintershall gemeinsam Teile eines westsibirischen Gasfeldes weiter erschließen. Wintershall verfügt den Angaben zufolge zudem über eine Option, den Anteil an diesen Lagerstätten auf 50 Prozent aufzustocken. Das nun eingefädelte Geschäft mit Gazprom soll - sofern die zuständigen Behörden zustimmen - bis Ende 2013 vollzogen sein. Auch die Russen erreichen mit dem Tausch ein zentrales Ziel. "Die Aufstockung des Anteils an Gasspeichern und Gashandelsunternehmen wird es uns gestatten, auf dem Endkundenmarkt in europäischen Ländern Fuß zu fassen", sagte Vorstandschef Alexej Miller. dpa

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