Deutlich mehr Arbeitslose im Saarland

Saarbrücken. Die Arbeitslosigkeit im Saarland ist im August nicht wie erwartet gesunken. Im Gegenteil: Die Zahl der Menschen ohne Job ist im Vergleich zum Vorjahresmonat sprunghaft gestiegen. 35 500 Frauen und Männer waren nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) im August arbeitslos - 1400 mehr als im August 2011

Saarbrücken. Die Arbeitslosigkeit im Saarland ist im August nicht wie erwartet gesunken. Im Gegenteil: Die Zahl der Menschen ohne Job ist im Vergleich zum Vorjahresmonat sprunghaft gestiegen. 35 500 Frauen und Männer waren nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) im August arbeitslos - 1400 mehr als im August 2011. Drastischer hatte die Zahl der Menschen ohne Job zuletzt im Februar 2010 zugenommen.Im Vergleich zum Juli hat sich die Zahl der Arbeitslosen jetzt im August um 500 erhöht. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,9 Prozent im Juli auf 7,0 Prozent.

Besonders angestiegen sind die Zahlen unter jungen Arbeitnehmern. Bei Jugendlichen liegt die Quote im Moment bei acht Prozent. Das habe auch statistische Gründe, sagt Heidrun Schulz, Leiterin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur: "Der Stichtag unserer Erhebung war der 14. August. Die Berufsschule begann aber erst am 16. August." Somit seien die neuen Auszubildenden zwei Tage vorher noch arbeitslos gewesen. Im vergangenen Jahr waren die Schulferien früher und der Vorjahresvergleich besser. "Daher lohnt es nicht, die große Depression zu sehen", sagt Schulz.

Auch IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch rechnet in den nächsten Monaten nicht mit einem deutlichen Anstieg: Neben der Konjunktur spiele die Demografie eine immer wichtigere Rolle: "Die Unternehmen wissen, dass Fachkräfte knapp werden. Sie sind daher bestrebt, gute Leute auch in flauen Zeiten zu halten."

Heinz Bierbaum, parlamentarischer Geschäftsführer der saarländischen Linksfraktion, bezeichnet dagegen den Anstieg der Arbeitslosigkeit als besorgniserregend. Er fordert, dass die Beschäftigungsentwicklung wieder stärker in den Mittelpunkt der Landespolitik gerückt wird.

Die abgeschwächte Konjunktur macht sich nicht nur im Saarland bemerkbar: In Deutschland waren im Ferienmonat August insgesamt 2,905 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Bundesagentur für Arbeit gestern in Nürnberg mitteilte. Damit nahm die Zahl der Suchenden seit Juli um 29 000 zu. Im Vergleich zum Vorjahr waren allerdings 40 000 Männer und Frauen weniger auf der Suche nach einer Arbeitsstelle. Die Arbeitslosenquote blieb wie im Juli bei 6,8 Prozent. Ein Jahr zuvor lag sie bei 7,0 Prozent. "Insgesamt entwickeln sich die wesentlichen Arbeitsmarktindikatoren zunehmend schwächer. Hier zeigt sich das geringere Wachstum der deutschen Wirtschaft", kommentierte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise.

In den Sommermonaten nimmt die Arbeitslosigkeit traditionell zu, weil Schulabgänger und junge Leute nach ihrer Ausbildung eine Anstellung suchen. Außerdem werden viele neue Mitarbeiter erst nach der Sommerpause in den Unternehmen eingestellt. nkl/dpa Foto: Bundesagentur

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