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Der wilde Kuhhirte: Clint Eastwoods Anfänge auf DVD

Heute kaum mehr vorstellbar: Vor seiner großen Kinokarriere war Clint Eastwood schon TV-Seriendarsteller. So spielte der spätere Hollywood-Star etwa in der Serie „Rawhide“ mit. Deren erste Staffel ist nun auf zwei DVD-Boxen verteilt erschienen. tok

Es gab eine Zeit, in der war Clint Eastwood noch nicht der zigarillokauende Mann ohne Namen des Italo-Westerns. "Dirty Harry" auch noch nicht. Und auch noch nicht der Ex-Bürgermeister und späte Edelregisseur. Vor alledem war Eastwood ein Vertragsschauspieler, der nach Mini-Auftritten, etwa in Jack Arnolds "Tarantula", beim Fernsehen unterkam: in der Serie "Rawhide". 217 Folgen entstanden 1959 bis 1965 während der sieben Staffeln, deren erste mit 23 Episoden nun auf zwei DVD-Boxen verteilt erscheint. Um eine Rinderherde auf der Reise zwischen Texas und Missouri geht es, die beherzte Cowboys durch "Tausend Meilen Staub" bringen müssen (so der deutsche Zusatztitel). Eastwood spielt den ungestümen Kuhhirten Rowdy (nomen est omen) Yates; auf der langen Strecke dieser Road-Movie-Fernsehserie erlebt die Handvoll Männer allerlei. In der ersten Episode haben sie mit Präriegangstern und einer Gangsterin zu kämpfen (Cowboy-Zitat: "Das ist keine Frau - das ist eine Wildkatze!"), danach mit Dürre, einem Frauenmörder, einem merkwürdigen Gesetzeshüter und Indianern. Eastwood ist hier noch nicht die spätere Coolness selbst, er wirkt etwas ungelenk, sein erster Auftritt besteht darin, einer Frau hinterher zu pfeifen. Dass Sergio Leone ihn 1964 als eisigen Western-Antihelden besetzte, spricht für des Italieners Weitblick.

Erzählerisch mögen die Episoden heute gemächlich anmuten, sind aber schnörkellos inszeniert - unter anderen von Jack Arnold, Andrew McLaglen und Ted Post, der 1968 mit Eastwood dessen ersten US-Kinowestern drehte, "Hängt ihn höher". Für Eastwood-Fans gibt es viel zu entdecken, alle anderen können sich an Nostalgie erfreuen.

Erschienen bei Explosive Media.