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Glosse
Ein eiskalter Absturz

(Symbolfoto).
(Symbolfoto). FOTO: dpa
In diesem Jahr ist der Absturz besonders hart. Denn während die Zehen in den Socken noch zart gebräunt vom langen Sommer zeugen, lauern in den Geschäften schon Weihnachtsdeko und Lichterketten. Von Pia Rolfs

Das ist für manche ein zu harter Umschwung. Möglich wäre daher, den Temperatursturz durch Übergangsprodukte zu versüßen: Ein Dominostein-Eis etwa könnte gleichzeitig den schwindenden Sommer- als auch den bald vorgeschriebenen Adventsgefühlen Rechnung tragen. Und auch ein Cocktail ist abends noch drin, wenn die Trendsetterin im Fellbikini auf dem Sofa liegt – allerdings mit einem aufgesteckten Lebkuchen statt Orangenscheibe.


Wenn die Jahreszeiten aber allzu bunt durcheinanderpurzeln, könnte es auch zu Missverständnissen kommen. So handelt es sich bei  bald eintrudelnden Weihnachtsgrüßen um ganz normale Rituale, nicht etwa um verdächtige Lichterkettenbriefe. Und kündigt ein Norddeutscher an: „Ich haue in den Sack“, ist er nicht unbedingt ein künftiger Wut-Nikolaus mit vorzeitigem Geschenkerguss. Sondern vermutlich nur ein Arbeitsmüder, der noch mal in die Sonne fliegen will.