Kolumne So kann’s gehen: Der Sauger und sein Müffeln

Kolumne So kann’s gehen : Der Sauger und sein Müffeln

Ein Druck auf die Starttaste und er legte los. Täglich. Tausendfach in all den Jahren. Ein bisschen laut vielleicht, aber mit überzeugenden Ergebnissen. Vogelfutter-Körner, von Sir Tobi weiträumig ums Papageienhaus verteilt, flutschten zentnerweise mit einem leisen Knacken durchs lange Rohr in den Beutel.

Chipsreste, kleine Erinnerungen an meine jüngsten Ernährungssünden, entschwanden auf Nimmerwiedersehen. Der Haushaltshelfer in Bordeaux gehört schon so lange zum Alltag, dass nicht einmal mehr das Kaufdatum ausfindig zu machen ist. Selbst der lange Schlauch trotzte den Knicken und Tritten, die Vorgängergeräten zuverlässig den Garaus gemacht hatten. Eine Selbstverständlichkeit auf wendigen Rollen war er, die es sicherlich noch eine Ewigkeit bei uns aushalten würde. Seit Sonntag ist diese trügerische Gewissheit der Sorge um das Wohlergehen des Gerätes gewichen. Wie aus dem Nichts. Denn da war plötzlich dieses Müffeln. Ein unguter Geruch, wie er überhitzten Motoren entweicht, bevor sie den Dienst quittieren. Was käme als Nächstes: beißender Qualm, Stichflammen, die unsere kleine Bleibe einäschern? Vielleicht ließe sich ja mit dem Wechsel beider Filter Abhilfe schaffen. Zumindest einer war von einem tiefen Grau, das auf einen fälligen Austausch hinzudeuten schien. Flott die Zubehörteile zurechtgeschnippelt, an die dafür vorgesehenen Plätze geklemmt – und Start. Noch einmal bohrte sich dieses seltsame Müffeln in die Laien-Nase. Es wich nur langsam dem sattsam vertrauten Abluftgeruch, um beim nächsten Anwerfen gleich wieder in der Nase zu stechen. Jetzt ist Schluss mit den Experimenten und Zeit für einen Neubeginn. Seit gestern hat der alte Kämpe ausgedient. Und der Papagei beäugt den Nachfolger, als freue er sich schon darauf, ihm jede Menge Arbeit hinzuwerfen.