Der Ringel ist gerettet

Der Ringel ist gerettet

Der Markenname „saarländischer Lyoner“ bleibt weiterhin europaweit geschützt. Darauf verständigten sich gestern Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) sowie Landesinnungsmeister Volker Weider und Innungs-Geschäftsführer Markus Strauß.

Der Markenname "saarländischer Lyoner " bleibt weiterhin europaweit geschützt. Darauf verständigten sich gestern Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD ) sowie Landesinnungsmeister Volker Weider und Innungs-Geschäftsführer Markus Strauß. Jost zückte zwar keinen Scheck über 3000 Euro. Soviel Gebühren kostet die Verlängerung der Markenrechte um weitere zehn Jahre. Das musste er auch nicht. Da sich die Innung als Inhaber der Markenrechte diesen Betrag nicht leisten konnte, kamen zahlreiche Spenden zusammen. So erklärte sich nach Angaben von Minister Jost gestern auch die Globus-Gruppe bereit, einen nennenswerten Betrag beizusteuern.

Mehr als 1000 Euro hat inzwischen die Sammel-Initiative des Saarlouiser Bürotechnik-Händlers Harald Feit gebracht, die er vergangene Woche gestartet hatte ("www.rettetdielyoner.saarland“ ). Jost versprach, die Innung "beihilfekonform zu unterstützen". Dies könne durch eine neue Richtlinie geschehen, mit der die Vermarktung regionaler Produkte gefördert werden kann.

Die Gewerkschaft Nahrung Genuss, Gaststätten (NGG) begrüßt die Initiative des Ministers. Sie erinnert aber daran, dass die Lyonerproduktion "oft nicht mit fairer Arbeit verbunden ist".

Meinung:
Nicht alles ist uns wurst

Von SZ-RedakteurLothar Warscheid

Nachdem unsere Zeitung darüber berichtet hatte, dass die Markenrechte für den saarländischen Lyoner am 18. August auszulaufen drohen, schwappte über den ganz speziellen Fleischwurst-Ringel eine Welle der Solidarität und der Sympathie. Die Treue zu dem, was der Saarländer kennt und liebt und was ihm guttut, scheint grenzenlos zu sein. Darin drückt sich die Sehnsucht vieler Menschen nach regionaler Identität aus. Diese wird umso stärker, je mehr Globalisierung und Krisenherde die Welt um uns herum chaotisch erscheinen lassen. Die Saarländer hängen an ihrem kleinen Bundesland und kultivieren ihre Marotten. Wer darüber spöttisch lächelt, soll es erst mal besser machen.

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