Der Revisor kommt!

Der Revisor kommt!

Ich kann nicht mehr, macht mit meinem Stück, was ihr wollt, ich werde mich nicht mehr darum kümmern. Ich bin seiner ebenso überdrüssig wie der Scherereien darum." Nikolai Gogol (1809-1852) hatte mit seinem 1836 uraufgeführten Lustspiel "Der Revisor" unmittelbar ins Herz der russischen Gesellschaft getroffen und eine von Korruption verseuchte Beamtenschaft bloßgestellt

Ich kann nicht mehr, macht mit meinem Stück, was ihr wollt, ich werde mich nicht mehr darum kümmern. Ich bin seiner ebenso überdrüssig wie der Scherereien darum."

Nikolai Gogol (1809-1852) hatte mit seinem 1836 uraufgeführten Lustspiel "Der Revisor" unmittelbar ins Herz der russischen Gesellschaft getroffen und eine von Korruption verseuchte Beamtenschaft bloßgestellt. Das blieb nicht ohne Folgen und sorgte für einen Sturm der Entrüstung, der Gogol heftig entgegen blies. Kein Wunder, denn die Geschichte ist von einer sich stets erneuernden Aktualität. Gier und Vorteilsnahme, bei gleichzeitigem Bemühen, Dinge unter den Tisch zu kehren, verweisen auf ein archetypisches Verhaltensmuster menschlichen Miteinanders.

In Gogols Lustspiel geht das so: Aus dem fernen St. Petersburg hat sich ein Revisor angekündigt, um in einer Provinzstadt seine Inspektion vorzunehmen. Da alle Honoratioren und Repräsentanten der Stadt Dreck am Stecken haben, ist die Aufregung groß, zumal der Beamte bereits im Hotel Logis genommen haben soll. Hektisch will der Bürgermeister mit Vertuschungen dafür sorgen, dass der Revisor durch schönen, vorgetäuschten Schein besänftigt wird. Aber was nützt alle Anstrengung, wenn sich der angeblich Unbestechliche als in keiner Weise moralisch untadelig erweist?

Egon Friedell nannte Gogols "Revisor" die "beste Komödie der Weltliteratur", die "unter zermalmendem Gelächter die kläglichen Oberflächen und schauerlichen Abgründe einer ganzen Sozialsphäre" enthüllt. Am Saarländischen Staatstheater wird Thomas Schulte-Michels dieses abgründige Gelächter in einem virtuosen und atemberaubenden Parforceritt auf die Bühne bringen. Der renommierte Regisseur hat an den großen Schauspielbühnen in Wien, Berlin, München und Frankfurt gearbeitet und ist 2012 mit dem Nestroy-Preis ausgezeichnet worden. Zudem hat er Oper inszeniert, etwa bei den Salzburger Festspielen, der Deutschen Oper am Rhein sowie in Ljubljana und Zagreb. Das Bühnenbild gestaltet er gemeinsam mit Christian Held, die Kostüme stammen von Tanja Liebermann. Olivier Truan ist für die Bühnenmusik verantwortlich. Das Team hat im Januar 2012 eine gefeierte Inszenierung von Schillers "Räubern" erarbeitet.HS

Premiere: 26. Januar 2013, 19.30 Uhr, SST

Matinee: 20. Januar, 11 Uhr, Foyer SST