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Leserbrief Interview mit Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime
Der Islam ist auch eine Ideologie

 Natürlich sind die allermeisten Muslime friedliebende Menschen. Und doch hat die überwiegende Mehrheit aller heutigen Kriege und Attentate einen islamistischen Hintergrund. Wie passt das zusammen?

Was haben die Scharia und die Stellung der Frau im Islam für Auswirkungen in unserem Land? Diese und weitere Fragen bewegen die Menschen. Das Interview mit dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime hätte hier etwas Klarheit schaffen können, doch stattdessen verliert Mayzek sich in Allgemeinplätzen und Schönfärberei. Einigen seiner Aussagen muss widersprochen werden. Das Wort Islam bedeutet nicht Frieden, sondern laut Wikipedia Unterwerfung. Der Islam ist nicht nur Religion, sondern auch Ideologie. Das zeigen Stellen im Koran wie auch die Existenz islamischer Staaten wie Saudi-Arabien, Iran oder das, was zur Zeit in der Türkei passiert. Wenn man ernsthaft behauptet, dass Tragen von Kopftuch oder auch Burka sei das Selbstbestimmungsrecht der Frau, der ignoriert doch die Vorgaben der von Männern geprägten Religion und der Imame. Unsere Richter sollen nur dem Gesetz verpflichtet und unabhängig sein von Weltanschauungen und Religionen, deshalb haben in den Gerichtssälen weder Kruzifix noch Kopftuch was verloren. Der Koran lässt vielen Interpretationen Raum. Deshalb gibt es auch viele Strömungen im Islam. Sunniten, Schiiten, Muslim Brüder, Salafisten und so weiter, sie bekriegen sich teilweise auch untereinander. Also so einfach ist es wohl doch nicht mit dem Islam. Hier gibt es viel Diskussionsbedarf, der vor allem in der muslimischen Gemeinde geführt werden muss, aber auch wir haben Grund, uns daran zu beteiligen.


Adrian Servet, Saarlouis