Den Staub von Händels Werk gepustet

Merzig. Wie energiegeladen, zackig und schnell Chorstimmen singen können, bewiesen der Neumeyer Kammerchor und das Collegium Cantorum Merzig am Freitag in einem reinen Händel-Konzert in der Saarbrücker Christuskirche

Merzig. Wie energiegeladen, zackig und schnell Chorstimmen singen können, bewiesen der Neumeyer Kammerchor und das Collegium Cantorum Merzig am Freitag in einem reinen Händel-Konzert in der Saarbrücker Christuskirche.Schon in der einleitenden Cecilia-Ouvertüre war die Idee des Leiters Felix Koch jederzeit erkennbar: mit extremen Punktierungen, sehr schnellen Tempi, kernigem Klang und extremer Energie lässt er eine Idee von Angestaubtheit der mehr als 250 Jahre alten Musik gar nicht erst aufkommen. Das Neumeyer Consort und der Chor folgten ihm darin ohne Umstände. Das Concerto Grosso op. 6 Nr. 5 verwendete ein Thema aus der anfänglichen Ouvertüre wieder. In der Abstimmung zwischen solistischen und Orchesterpassagen ließ die Intonation hier teilweise zu wünschen übrig, die Interpretation wirkte etwas angestrengt, fand kaum Ruhepunkte.

Atemlos im positiven Sinn machte die Aufführung von "Dixit Dominus", einem extrem virtuosen Stück, das alle Grenzen der damals üblichen Chormusik sprengt: Händel behandelt den Chor wie ein Orchester, die Gesangsstimmen als Instrumente. Mit heftigsten Koloraturen, staccato-Tönen, Fugen und chromatischen Figuren beweist der Chor, wie zackig, schnell und virtuos ein Gesangsensemble singen kann - eine bewundernswerte, konzentrierte Leistung. aka

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