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Wadrill
Den Protest auf einem Banner festgehalten

Mit diesen Bannern bekundet die Wadriller IG „GegenWindHochwaldalm“, dass es keine Windräder oberhalb der Alm geben soll.
Mit diesen Bannern bekundet die Wadriller IG „GegenWindHochwaldalm“, dass es keine Windräder oberhalb der Alm geben soll. FOTO: Erich Brücker
Wadrill. Wadriller Interessengemeinschaft wehrt sich gegen Windradbau nahe der Hochwaldalm. Der Ortsrat diskutiert heute über das Thema.

„Keine Windräder auf der Wadriller Alm!“: Seit einigen Wochen sind Banner mit dieser Aufschrift im nördlichen Waderner Stadtteil aufgehängt. Veranlasst hat dies eine parteipolitisch unabhängige Interessengemeinschaft (IG) „GegenWindHochwaldalm“. Ansprechpartner sind Peter Brust, Albert Port, Martina Finkler und Christa Faust. „Es gibt viele Gründe gegen diesen Standort, und deshalb haben wir an markanten Stellen im Ort diese unmissverständlichen Banner angebracht“, teilt das Quartett im Amtlichen Bekanntmachungsblatt der Stadt Wadern mit. Unmittelbar nach der Ortsratssitzung vom 2. Juli unter der Leitung von Bürgermeister Jochen Kuttler habe man sich entschlossen, diese IG ins Leben zu rufen und diese Banner aufzuhängen, nachdem in besagter Ortsratssitzung sich nahezu alle bis auf ganz wenige der anwesenden  Mitbürger in einem ersten Meinungsbild gegen die Errichtung weiterer Windenergieanalgen (WEA) ausgesprochen haben. Die Vier  kündigten weitere Aktionen an.


Demgegenüber stehen aber die Flächen oberhalb der touristisch genutzten Hochwaldalm im ersten geänderten sachlichen Teilflächennutzungsplan zur Darstellung von Konzentrationsflächen für Windenergieanlagen (sTFNP Wind). Er wurde Ende 2017 vom Stadtrat verabschiedet, ist aber noch nicht in Kraft getreten, da das Innenministerium hiergegen Einwände erhoben hat. Gegen diese Einwände klagt derzeit die Stadt Wadern, so dass der sTFNP Wind vom 14. Dezember 2012 noch Gültigkeit besitzt, in dem die Flächen der Hochwaldalm nicht berücksichtigt sind, sondern nur die auf dem Felsenberg.

Der Ortsrat Wadrill befasst sich in seiner Ortsratssitzung heute, Montag, 17. September, 19.30 Uhr, im Foyer der Wadrilltalhalle mit dem Thema – und der Meinung der Bürger zu den WEA auf der Alm, die mittels einer noch anzusetzenden Bürgerbefragung ermittelt werden soll. Beide im Ortsrat vertretenden Parteien sind für eine Bürgerbefragung. Termin und Details sollen festgelegt werden. Plädiert die CDU-Ortsratsfraktion für möglichst einfache Fragestellung mit Ja- oder Nein-Antwortmöglichkeit, macht für die SPD-Fraktion eine Bürgerbefragung erst dann Sinn, wenn der geänderte sTFNP Wind in Kraft tritt.



Für Diskussionsstoff ist also gesorgt, ebenso wohl auch beim Tagesordnungspunkt zuvor, in dem die Ratsmitglieder beraten und beschließen sollen, wie der Verbindungssteg über die Wadrill gestaltet werden soll. Der nur fußläufige Verbindungssteg ist derzeit marode sowie gesperrt und durch eine Metallkonstruktion des THW wenige Meter daneben provisorisch ersetzt worden (die SZ berichtete). Für diese Verbindung auf der einen Seite der Wadrill mit Schule, Kirche und Geschäften sowie auf der anderen mit Wadrilltalhalle, Dorfplatz und Sportplatz kommen wohl zwei Varianten in Frage. Erneuerung des fußläufigen Steges oder Bau einer einseitig befahrbaren Brücke. Es gibt nur in der Hochwaldstraße eine befahrbare Brücke über die Wadrill. Darüber hinaus hat die Vereinsgemeinschaft WGR einen Antrag auf Nutzung des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses in der Mühlenstraße gestellt.

Es gibt Autoaufkleber der Banner (siehe Foto) für Interessierte, Unterstützer und Befürworter der IG. Die Aufkleber können auf der Hochwaldalm sowie im Getränkeladen für einen Euro erworben werden.

(eb)