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Leserbrief Interview mit Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime
Dem Islam fehlt die Religionsfreiheit

Herr Mazyek fragt, warum viele Menschen in Europa Angst vor dem Islam haben. Da braucht er nur in die Zeitung zu schauen: In Afghanistan oder Pakistan sprengen sunnitische Moslems schiitische Moscheen in die Luft (oder umgekehrt).

In Saudi-Arabien oder in Iran schreiben Religionswächter den Menschen vor, wie sie zu leben haben, auch wenn sie keine Moslems sind. In Berlin steht die Anwältin und Moschee-Gründerin Seyran Ates unter permanentem Polizeischutz, weil sie von orthodoxen Moslems bedroht wird. Gegen Salman Rushdie wurde von muslimischen Geistlichen ein Todesurteil verkündet, weil er angeblich den Koran beleidigt hat. Ayaan Hirsi Ali braucht Leibwächter, weil sie es gewagt hat, den Islam zu kritisieren. Ein Christ in Deutschland darf dagegen aus seiner Kirche austreten, er darf zu einer anderen Kirche übertreten, er darf Buddhist, auch Moslem werden, ohne dass er Angst um sein Leben haben muss. Ein Kabarettist darf die Kirche oder einen Bischof verspotten, ohne dass er anschließend Polizeischutz braucht. Im Grundgesetz steht die Religionsfreiheit an prominenter Stelle. Wenn Religionsfreiheit im Islam genauso groß geschrieben würde wie in europäischen Demokratien, brauchte tatsächlich niemand Angst vor dem Islam zu haben.


Johann Betz, St. Ingbert