Delikate Klänge bei den Homburger Meisterkonzerten

Homburg · Mit einem französischen Programm war am Donnerstagabend wieder einmal das "Trio Vivente" zu Gast bei den Meisterkonzerten im Saalbau. Die drei Programmpunkte hatten einen Lehrer-Schüler-Bezug, denn Gabriel Fauré war Schüler von Camille Saint-Saëns, und Maurice Ravel wiederum Student bei Fauré.

Mit seinem Klaviertrio Nr. 1 hatte Saint-Saëns einen ersten kompositorischen Erfolg. Gepflegter musikalischer Neoklassizismus, gepaart mit romantischer Anmutung und französischem Esprit, waren für Anne Kathrin Schreiber (Violine), Kristin von der Goltz (Violoncello) und Jutta Ernst am Klavier die richtige Mischung, um ihre Vorstellung von "Kammermusik" im wörtlichen Sinne zu präsentieren. Nicht für den großen Saal wurde musiziert, sondern intim, und fein differenziert. Im Vordergrund standen die spielerischen Momente, insbesondere die des Finalsatzes. Das Pianissimo-Andante wurde gar zu einem liebevollen Kabinettstückchen.

Bei Ravels Klaviertrio hatten sich die Musikerinnen für einen Mittelweg zwischen orchestral parfümiert und kraftvoll-süffig kontra objektivierende Ausbreitung der raffinierten Konstruktion entschieden: kein auftrumpfendes Klavier, keine aggressiven Streicher. Und dennoch war die Schwerstarbeit erkennbar, die instrumental zu leisten war, um die Tonkaskaden, die Polyrhythmik und die harmonischen Raffinessen sauber und in gutem Zusammenspiel über die Rampe zu bringen. Zu Faurés Klavierquartett Nr. 1 ergänzte die Bratschistin Sylvie Altenburger die Mittellage warm und diskret. Nun durften wieder Melodien fließen, deren frische Erfindung, in klassische Formen eingebettet, in gelungener klanglicher Balance inspiriert ausgebreitet wurden. Ein Abend, der klangliche Delikatesse mit sauberer Technik und feinem musikalischen Gespür verband.