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Dehoga und Gewerkschaft NGG liefern sich Schlagabtausch

Gudrun Pink
Gudrun Pink
Saarbrücken. Joachim Wollschläger

Der Hotel- und Gaststättenverband Saar (Dehoga) liefert sich per offenem Brief einen Schlagabtausch mit der Gewerkschaft Nahrung, Genuss Gaststätten (NGG). Es könne nicht sein, dass die Gewerkschaft pauschal unter anderem Arbeitszeitbetrug vorwerfe, schreibt der Dehoga. Damit instrumentalisiere die Gewerkschaft Fehlverhalten einzelner Betriebe, um gegen die Verbandsforderung nach flexibleren Arbeitszeiten Stimmung zu machen. Auf dem Neujahrsempfang hatte Dehoga-Präsidentin Gudrun Pink eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes gefordert, um eine höhere Flexibilisierung im Gastgewerbe zu ermöglichen.

NGG-Geschäftsführer Mark Baumeister allerdings weist die Vorwürfe in einem ebenfalls offenen Brief zurück. Es sei durchaus in vielen Betrieben der Branche üblich, gegen arbeitszeitgesetzliche Vorschriften zu verstoßen. Schon jetzt käme es wiederholt zu Arbeitszeiten von über zwölf Stunden. Eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes diene letztlich nur einer "Legalisierung unhaltbarer Zustände", schreibt Baumeister.

Der Dehoga führt an, dass die Änderung nur für Ausnahmefälle genutzt werden soll, wie beispielsweise bei Hochzeiten, die länger dauern oder Arbeitnehmern, die ihre Stunden auf wenige Tage konzentrieren wollen. Baumeister führt in diesem Zusammenhang an, dass dieses alles im Rahmen der Tarifverhandlungen zu regeln sei. Im Manteltarifvertrag für Rheinland-Pfalz seien entsprechende Flexibilisierungen über ein Arbeitszeitkonto bereits vorgesehen. Die Tarifverträge böten die Möglichkeit, beiden Seiten gerecht zu werden, schreibt Baumeister in der Entgegnung.

Mark Baumeister
Mark Baumeister