„Das WM-Wetter ist entscheidend“

„Das WM-Wetter ist entscheidend“

Die deutschen Brauer hoffen, dass die Nationalelf bei der am Donnerstag in Brasilien beginnenden Fußball-WM möglichst weit kommt. Denn dann können die Brauereien mehr Bier verkaufen. Wegen der Weltmeisterschaft werde rund um die Uhr gearbeitet, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauerbundes, Holger Eichele, im Gespräch mit SZ-Korrespondent Hagen Strauß.

Herr Eichele, die WM steht vor der Tür. Hoffen Sie darauf, dass die Deutschen ihrem Ruf als Biertrinker gerecht werden?

Eichele: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein internationales Sportereignis wie die Weltmeisterschaft in Brasilien durchaus positive Effekte auf den Absatz haben kann. Public Viewing, Straßenfeste, Gartenpartys - ohne ein schönes kühles Bier schwer vorstellbar. Die deutschen Brauer sind auf die steigende Nachfrage vorbereitet.

Das heißt, die Lager sind gut gefüllt?

Eichele: Bier ist ein Frischeprodukt. Deshalb sind die Lagerzeiten natürlich begrenzt. In vielen Brauereien wird in diesen Tagen rund um die Uhr gearbeitet, um alle Bestellungen erfüllen zu können - auch die steigende Nachfrage aus dem Ausland, wo deutsche Biere ebenfalls hoch im Kurs stehen. In der EU, aber vor allem auch in den Ländern Asiens kommen immer mehr Menschen auf den Geschmack.

Beim Sommermärchen 2006 waren allerdings einige Getränkemärkte ausverkauft. Wie wichtig wird das Wetter werden?

Eichele: Das Wetter ist und bleibt der entscheidende Faktor. Das Jahr 2013 mit einem ungewöhnlich langen Winter hat einmal mehr vor Augen geführt, wie stark unsere Branche vom Wetter abhängig ist. In diesem Jahr aber können wir uns bislang wirklich nicht beklagen: Ein milder Frühling und viel Sonnenschein haben dazu beigetragen, dass der Gesamtbierabsatz in Deutschland im ersten Quartal mit knapp 20,5 Millionen Hektolitern um fast drei Prozent höher war als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 2013 betrug der Absatz im ersten Quartal 19,9 Millionen Hektoliter. Einschließlich April waren es mit 29,5 Millionen Hektoliter schon viereinhalb Prozent plus.

Was ist, wenn die Löw-Truppe früh aus dem Turnier ausscheidet?

Eichele: Als Fußballfan drücke ich die Daumen, dass das nicht passiert. Was unsere Branche betrifft: Natürlich liegt es auf der Hand, dass jedes weitere Spiel der deutschen Elf nicht nur den Fußballfreunden Freude bereitet, sondern auch der Gastronomie, dem Handel und den Brauereien in Deutschland zusätzlichen Umsatz bringt. Hoffen wir also auf ein neues Sommermärchen.

Ihre Branche verzeichnet einen Trend zum alkoholfreien Bier. Wird sich der bei der WM fortsetzen?

Eichele: Alkoholfreie Biere treffen den Geschmack der Menschen. Auch wer mit dem Auto unterwegs ist oder Sport treibt, muss nicht auf Biergenuss verzichten. Deutschlands Brauer sind weltweit führend bei der Herstellung hochwertigster alkoholfreier Biere. Wir sind zuversichtlich, 2014 beim Absatz die Fünf-Millionen-Hektoliter-Marke zu überschreiten.

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