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Das Raritäten-Kabinett der Rivinius-Brüder begeistert in Mettlach

Mettlach. Es macht einch Freude, den Brüdern Rivinius in der Formation Klavierquartett zuzuhören. Am Sonntag waren sie bei den Kammermusiktagen Mettlach in der Alten Abtei zu hören – mit einem Raritäten-Programm, das wohl erstmalig im Saarland erklang. fa

Neben dem starken Zusammenspiel fiel besonders auf, dass die Balance zwischen den Vieren stimmig wie selten war. Über feine Streicherfarben bis zum energischen Fortissimo gaben Siegfried, Benjamin und Gustav ihren Instrumenten Profil und bestechende Artikulation. Paul am Klavier ist der ideale Kammermusikpartner mit stets angepasster dynamischer Fülle.

Der Belgier Guillaume Lekeu hat ein umfangreiches Werk hinterlassen, darunter ein unvollendetes, von d'Indy ergänztes Quartett. Wagner ist nicht weit, und französisches Flair rauscht ekstatisch durch den ersten Teil, während der zweite lyrische intensiv daherkommt. In einem rondoartigen Quartett "Pirouettes Pierotiènnes" des Rumänen Dan Dediu dreht Pierrot heftig auftrumpfend, dann wieder in sich gekehrt seine Pirouetten. Ein witzig-packendes Stück voller Kontraste. Das erste Klavier-Kammermusikwerk des Russen Sergej Tanejew, ein Quartett in E-Dur, ist kraftvoll und farbenreich. Herrlich ausschweifend wird in drei Sätzen russische Spätromantik zelebriert. Im Schlusssatz zeigt ein heftiges Fugato Tanejews Interesse an althergebrachten Formen, der Ausklang schwingt sich in lyrische Höhen. Als Dank für den stürmischen Beifall entließ das Menuett aus Beethovens Septett opus 20 heiter in den sonnigen Sonntag.