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„Das Museum aus der Mitte heraus denken“

Saarbrücken. Ein enthusiastisches Plädoyer für den Erweiterungsbau des Saarlandmuseums hielt dessen Chef Roland Mönig am Donnerstagabend in der Saarbrücker Union-Stiftung. Im Herbst soll es an der Baustelle weitergehen. Esther Brenner

Roland Mönig, nun seit gut einem Jahr Chef der Stiftung Kulturbesitz und so auch mit dem seit Jahren stockenden Erweiterungsbau des Saarlandmuseums befasst, schwärmt für "sein" Museum. In einem gut bebilderten Vortrag in der Saarbrücker Union-Stiftung brachte er am Donnerstag den voll besetzten Saal auf den neuesten Stand in Sachen "Vierter Pavillon" - einen Begriff übrigens, den Mönig vehement ablehnt. Für ihn ist es ein "Erweiterungsbau" mit "enormen Möglichkeiten", konzipiert für den Platzbedarf zeitgenössischer Kunstwerke.

Dass das Architektenteam Kuehn/Malvezzi den Eingang des Museums wieder an den ursprünglichen Ort zurückverlegt habe, hält er für essenziell: "Man muss das Museum aus der Mitte heraus denken, es entstehen so drei gleichberechtigte Flügel." Die Kritik eines Zuhörers an dem engen Entree relativierte Mönig zwar, räumte aber ein: "Ich hätte es so auch nicht gebaut, hätte ich frei planen können." Dennoch habe das Architektenteam zusammen mit dem Konzeptkünstler Michael Riedel eine faszinierende und funktionierende Lösung gefunden.

Höhepunkt des Vortrags: das umstrittene Fassadengestaltungskonzept von Riedel, der ursprünglich den Text einer Landtagsdebatte über den Vierten Pavillon für die Fassade nutzen wollte (wir berichteten). "Es geht hier nicht um den Inhalt des Textes, sondern um einen Text mit Bezug zum Museum", erläuterte Mönig. "Wie andere Künstler beispielsweise Farbe benutzen, so benutzt Riedel Signal-Worte und Schriftzüge für seine Arbeit." Hier gehe es um Konzeptkunst, kein politisches Pamphlet. Ob es bei diesem Text bleibe, sei zudem noch nicht entschieden.

Anhand von Grafiken bemühte er sich, die Einbettung des Museumskomplexes ins Umfeld zu erklären. Denn der Grundriss "kriecht" zum Teil die Fassade hoch und "greift sich das Museum". Wenn alles gut laufe, könne im Herbst weitergebaut werden, gab sich Mönig optimistisch.