Das Akkordeon als Tor zur Welt: Geir Draugsvoll spielt im Saarland

Das Akkordeon als Tor zur Welt: Geir Draugsvoll spielt im Saarland

Wenige beherrschen das Spiel des Bajans – eine besondere Form des Knopfakkordeons – so virtuos wie Geir Draugsvoll. Am Freitag ist der Norweger bei einer „Akkordeon Night“ zum Auftakt der 13. Internationalen Akkordeon Seminarwoche Saarland live zu erleben.

Mit einer "Akkordeon Night" startet am Freitagabend die Internationale Akkordeon Seminarwoche Saarland. Mit dem Eröffnungskonzert begrüßen die fünf Dozenten des Festivals die Teilnehmer und wollen zugleich die vielfältigen Spielmöglichkeiten dieses besonderen Instrumentes demonstrieren. Mit dabei ist der Norweger Geir Draugsvoll, einer der derzeit bedeutendsten Virtuosen auf dem Bajan, der osteuropäischen Form des Chromatischen Knopfakkordeons. Draugsvoll wird Ausschnitte aus Anatolijus Senderovas Widmung "Für Geir" und Staffan Mossenmarks "Midsummer Adventures" spielen. Eine Woche lang betreuen die Dozenten (neben Draugsvoll sind dies Stefan Hussong, Mie Miki, Veli Kujala und Jürgen Ruck) anschließend in der Landesakademie Ottweiler Studenten aus aller Welt, die von der Erfahrung und dem Können der deutschen und skandinavischen Musiker profitieren sollen.

Die faszinierende Klangwelt des Akkordeons entdeckte Draugsvoll bereits im Alter von acht Jahren. Bald wurde es sein "Tor zu einer ganz anderen, persönlicheren Welt, abseits von alltäglichem Sport und Spiel". Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Die steile Solisten-Karriere des jungen Skandinaviers begann schon während seines Akkordeonstudiums an der Royal Danish Academy of Music in Kopenhagen, an der er mittlerweile selbst einen Lehrstuhl innehat.

Heute kann Draugsvoll auf zahlreiche fruchtbare Zusammenarbeiten mit renommierten Orchestern zurückblicken, etwa mit dem London Symphony Orchestra, außerdem ist er Dauergast bei großen Festivals. Ein besonderer Höhepunkt waren für ihn die diesjährigen Konzerte mit den Münchner Philharmonikern unter Valery Gergiev. Wie sehr seine facettenreichen Akkordeonklänge das Publikum in den Bann ziehen, zeigen auch die Lobeshymnen der Kritik. Ein "Pionier der klassischen Musik" sei Draugsvoll, der Zuhörern die musikalische Vielfalt dieses Instruments in verblüffender Art und Weise näherbringe, heißt es.

Sein Ziel, die Möglichkeiten des Akkordeons aufzuzeigen, diese aber auch auszureizen, verbindet Draugsvoll mit mehreren zeitgenössischen Komponisten, die eigens für ihn Werke komponieren. Das Repertoire müsse "stetig erweitert werden, um die Bedeutung des außergewöhnlichen Instruments innerhalb der klassischen Musikszene zu festigen", sagt er. Darüber hinaus beherrscht er ein breitgefächertes Repertoire, interpretiert Bach ebenso gekonnt wie Strawinski oder Piazolla. Seine CDs erscheinen bei namhaften Labels. Akkordeon Night am Freitag, 19 Uhr, in der Landesakademie Ottweiler. Eintritt: 15/10 Euro.