Daddeln um die Wette

Daddeln um die Wette

Köln. Vom Vergnügen für zwischendurch bis zu Titeln für echte Fans, von tragbaren Konsolen bis zu Rechen-Boliden, von Lernsoftware bis zu Ego-Shootern - bei ihrer Premiere zeigt die Spielemesse Gamescom in Köln, dass Computerspiele nicht mehr nur ein Zeittotschläger für junge Männer sind

Köln. Vom Vergnügen für zwischendurch bis zu Titeln für echte Fans, von tragbaren Konsolen bis zu Rechen-Boliden, von Lernsoftware bis zu Ego-Shootern - bei ihrer Premiere zeigt die Spielemesse Gamescom in Köln, dass Computerspiele nicht mehr nur ein Zeittotschläger für junge Männer sind. "Wir wollen neue Zielgruppen gewinnen", sagt der Chef der Interessengemeinschaft der Anbieter und Produzenten von Unterhaltungssoftware (BIU), Olaf Wolters. Senioren, Familien und ganz allgemein Gelegenheitsspieler, die bislang nur ab und zu vor dem Computer oder der Konsole sitzen, sollten angesprochen werden. Nach Erhebungen des BIU spielt rund jeder vierte Deutsche öfter. "Das heißt, 75 Prozent spielen nicht. Da gibt es noch eine Menge Potenzial", sagt Wolters. Eine neue Internet-Plattform des Verbandes - www.spielen-verbindet.de - soll vor allem Nicht-Spielern Infos über Geschichte und Genres der Branche sowie über den richtigen Umgang mit Spielen geben. Den richtigen Umgang mit Spielen, den müssen nach Ansicht des Deutschen Kinderschutzbundes vor allem auch Eltern und Erzieher lernen. "Wenn die Erwachsenen es selber nicht können, wie sollen sie es dann an die Kinder weitergeben?", fragt der Landesvorsitzende des Kinderschutzbunds Bayern, Ekkehard Mutschler. Helfen sollen ihnen Medienkurse, die künftig bundesweit angeboten werden.Jugendschutz spielt auch auf der Messe eine Rolle: Wer die neuesten Ego-Shooter ausprobieren will, muss mindestens 18 Jahre alt sein. Zu den entsprechenden Ständen bekommt nur Zugang, wer ein Armband in der passenden Farbe hat.Auf der Messe, die gestern mit einem Fachbesuchertag gestartet ist, werden bis Sonntag neue Spiele für PCs, Konsolen und Smartphones präsentiert. Insgesamt zeigen 450 Aussteller aus mehr als 30 Nationen ihre Produkte. Dabei werden rund 150 neue Spiele vorgestellt. Ab heute ist die Gamescom auch für das breite Publikum geöffnet. Die Messeleitung erwartet mehr als 200 000 Besucher.