Presseschau: Presseschau

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Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schreibt zum Showdown in Spanien:

Ministerpräsident Rajoy hat deutlich gemacht, dass er einen offenen Verfassungsbruch nicht hinnehmen wird. Man kann sich darüber streiten, ob es sinnvoll ist, Katalonien schon jetzt die Autonomie zu entziehen. Die spanische Regierung könnte die verzagten Separatisten auch erst einmal im eigenen Saft schmo-
ren lassen. Aber das sind taktische Erwägungen, die nichts am Grundproblem ändern: Die Regierung eines Rechtsstaats kann nicht auf Dauer hinnehmen, dass sich die Führung einer Provinz über geltende Gesetze hinwegsetzt.

Die „Welt“ meint dazu:

Jetzt wird es ernst in Spanien, sehr, sehr ernst. Diese Tage werden über die Zukunft des Landes entscheiden: Krieg oder Frieden – und das ist keineswegs nur symbolisch gemeint. Wenn es nicht gelingt, Katalonien zu integrieren, und zwar so, dass die Katalanen irgendwann wieder mit dem Herzen dabei sind, dann wird die spanische Einheit nicht mehr zu retten sein. Doch kann der Schritt, den die Zentralregierung in Madrid nun plant, den Frieden bringen? Vielleicht liegt es nun an der Zivilgesellschaft, auf die Straße zu ziehen und das Einzige zu fordern, was den Frieden wieder herstellen kann: Neuwahlen.

Die „Berliner Zeitung“ kommentiert das Thema Sexismus und #MeToo-Kampagne:

Die Machenschaften Weinsteins in Hollywood waren ziemlich vielen Leuten bekannt. Es gab viel Geraune, Gerüchte und sogar Scherze bei der Oscar-Verleihung über sein Treiben. Doch er hätte seinen Job heute noch, wenn die Schauspielerin Rose McGowan und ihre Kolleginnen nicht seinen Namen genannt hätten. Auch in Deutschland gibt es nun auch immer mehr Frauen, die es preisgeben: #MeToo – ich auch. Das ist mutig! Doch es wird folgenlos bleiben, wenn wir nur abstrakt von Machtstrukturen sprechen. Zeigen wir die Täter an, nennen wir ihre Namen.

Der „Weser-Kurier“ schreibt über das neue Sicherheitskonzept der Europäischen Union:

Innere Sicherheit mag die Aufgabe der Mitgliedstaaten sein – solange die ihre Maßnahmen aber nicht harmonisieren, bleibt diese Sicherheit lückenhaft. Die EU darf nicht warten, bis ein neues Attentat Europa erschüttert. Während die Gemeinschaft debattiert, tüfteln andere im Hinterzimmer einen neuen Anschlag gegen europäische Bürger aus. Natürlich gibt es keine absolute Sicherheit – auch durch Schutzmaßnahmen in Städten nicht. Aber das Potenzial des Möglichen hat die Union noch längst nicht ausgeschöpft.