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Leserbrief Homo-Ehe
Negatives Bild von Homo-Ehe ist unfair

  

Der Leserbriefschreiber fragt, ob er seine Meinung über die Homo-Ehe nicht mehr sagen dürfe und nicht mehr daran glauben dürfe, was Jesus Christus und die Bibel zu diesem Thema sagen. Ich bin homosexuell, verheiratet und habe mit meinem Mann eine Tochter adoptiert. Ich bin Christ! Auf die Fragen, die dieser Herr in seinem Leserbrief gestellt hat, möchte ich gerne antworten: Er darf natürlich glauben, was er glauben möchte, und er darf sehr wohl eine negative Meinung über die Homo-Ehe haben. Er muss allerdings damit klar kommen, dass es viele Menschen mit anderer Meinung gibt. Ich finde eine negative Meinung über die Homo-Ehe unfair. Ich finde es auch im besten Falle kritisch, pauschal zu sagen, dass Jesus Christus hierzu eine klare Haltung gehabt hätte und somit anderen Christen eine Meinung vorzugeben, die jedoch sehr subjektiv ist. Ich habe in meinen 36 Jahren als Christ von Religionslehrern, Priestern, Bischöfen und Mönchen gelernt, dass es als Christ eben nicht darauf ankommt, wie viele Stunden man wöchentlich damit verbringt, die Bibel zu lesen und sich darüber Gedanken zu machen, was die Menschen, die dieses Buch geschrieben haben, sich vor 2000 Jahren wohl dabei gedacht haben mögen! Vielmehr geht es um die Essenz, nämlich darum, wie ich mich meinem Umfeld, meinen Mitmenschen und mir selbst gegenüber verhalte. Darum, dass ich gut bin und versuche, nichts Böses zu tun. Einen anderen Menschen aufgrund seines Aussehens, seiner Herkunft oder seiner Sexualität zu verurteilen oder gar zu verachten, kann nur unchristlich sein! Jeder Christ, der sein Ego und seine persönliche Meinung darüber außer Acht lässt und rein christlich darüber nachdenkt, kann nur zu diesem Schluss kommen. Ich finde es einfach ärgerlich, dass meistens nur die negativen Aussagen von Christen über die Homo-Ehe veröffentlicht werden und deswegen viele Leute eine schlechte Meinung über das Christentum oder überhaupt über gläubige Menschen haben. Kommentare hierzu gibt es ja zuhauf, zum Beispiel in den sozialen Medien. Es ist mir einfach wichtig, klarzustellen, dass nicht jeder Christ gestrig ist und dass Homosexualität und gläubig sein sich nicht gegenseitig ausschließen.