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Chinas Führung kappt Wachstumsziele

Peking. Chinas Wirtschaft wächst immer langsamer. Für 2015 rechne Peking nur noch mit einem Wachstum von "rund sieben Prozent", sagte Regierungschef Li Keqiang gestern zum Auftakt der jährlichen Sitzung des Nationalen Volkskongresses. afp

Die kommunistische Führung versucht ein nachhaltigeres Wirtschaftsmodell zu schaffen und nimmt dafür geringeres Wachstum in Kauf. Bereits 2014 war die chinesische Wirtschaft mit 7,4 Prozent so langsam gewachsen wie seit 24 Jahren nicht mehr.

China leide unter einem "Gewirr von Schwierigkeiten und Herausforderungen". 2015 werde sich die Volksrepublik vermutlich noch "schwerwiegenderen Problemen" stellen müssen als im Vorjahr, sagte Li. Das Entwicklungspotenzial bleibe aber weiterhin groß. Die chinesische Führung verfolgt das Ziel, die Wirtschaft des Landes neu "auszubalancieren": Die monopolartige Stellung der großen Staatsbetriebe und die industriellen Überkapazitäten sollen zurückgedrängt werden, zugleich soll die Staatsverschuldung eingedämmt werden. Außerdem will Peking die Binnennachfrage ankurbeln. Die Zeiten eines zweistelligen Wachstums - 2007 waren es 14,2 Prozent - sind also vorbei. Li versicherte aber, dass es trotzdem genügend neue Jobs geben werde. 2014 seien in städtischen Gebieten 13,2 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen worden. 2015 rechne die Regierung mit "mehr als zehn Millionen" neuen Stellen.