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Cebit-Start: Erwartet wird ein digitales Wirtschaftswunder

Hannover. Agentur

Chinas Regierungschef Li Keqiang hat bei der Umsetzung der digitalen Revolution in der Wirtschaft ("Industrie 4.0") für einen engen Schulterschluss mit Deutschland geworben. "China möchte sich gerne komplementär aufstellen", sagte er gestern bei der Eröffnung der weltgrößten Computermesse Cebit in Hannover in einer Video-Botschaft. Das asiatische Riesenreich sei bereit, Handelshemmnisse und Hindernisse jedweder Art zu beseitigen, um einen globalen Markt aufzubauen, erklärte Vize-Ministerpräsident Ma Kai in Hannover . Er warb zudem für ein internationales Regelwerk für die IT-Sicherheit. China ist Partnerland der Cebit 2015.

Die Messe öffnet heute mit dem ersten Publikumstag offiziell ihre Pforten. Die Branchenschau läuft bis Freitag und hofft auf gut 200 000 Besucher. Inhaltlich rückt sie den rasanten digitalen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft in den Fokus. Zum heutigen Start liegt ein Schwerpunkt auf Datensicherheit . Sie ist mit der steigenden Flut einst analoger Daten und ihrer zunehmend grenzüberschreitenden Verknüpfung eines der brennenden Themen. Zum Auftakt muss die Cebit diesmal ohne Kanzlerin Angela Merkel (CDU ) auskommen. Sie lässt sich bei ihrem heutigen Rundgang über die Messe von Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD ) vertreten. Bei der Eröffnung gestern Abend war Merkel allerdings dabei.

Für Dieter Kempf, Präsident des Branchenverbands Bitkom, geht es in Zukunft darum, ob es in Deutschland zu einem "digitalen Wirtschaftswunder " kommt oder ob die deutschen Firmen abgehängt werden könnten. "Wer jetzt nicht die Weichen für die Zukunft stellt, ist schnell vom Markt verschwunden", mahnte er. Der Umsatz in der Branche soll Bitkom zufolge in diesem Jahr um 1,5 Prozent auf 155,5 Milliarden Euro wachsen.