Bulgarische Sparer in Panik

Bulgarische Sparer in Panik

Der bulgarische Staatspräsident sprach von einem „kriminellen Angriff“ auf die Banken des Landes. Acht Personen sind wegen „Verbrechen gegen das Finanzsystem“ festgenommen worden.

Bulgarische Sparer in Angst und Schrecken. Hunderte hatten Mitteilungen per Mail oder SMS erhalten, dass ihre Einlagen in bulgarischen Banken nicht sicher seien. Die Sparer sollten ihr Geld abheben. Im Internet erschienen Berichte über drohende Bankpleiten. Kriminelle traten so eine Gerüchtelawine los. Vor den Filialen der First Investment Bank (FIB) bildeten sich lange Schlangen. Am Freitag hatten Kunden binnen weniger Stunden rund 400 Millionen Euro abgehoben. Die drittgrößte Bank des Landes stellte daraufhin am Nachmittag ihre Auszahlungen ein. Gestern Morgen standen wieder viele Menschen an und wollten ihr Geld. Auch die Nummer vier des Landes, die CCB, ist in den Augen vieler Kunden keine sichere Bank mehr. Vor ihren Filialen hatten sich am 20. Juni lange Schlangen gebildet, weil viele Kunden ihr Geld abheben wollten. Die CCB legte daraufhin alle Auszahlungen bis zum 21. Juli auf Eis.

Mit einem milliardenschweren Notkredit für die Banken des Landes hat Bulgarien um ihre Ersparnisse bangenden Bürger gestern aber offenbar beruhigen können. Am Nachmittag ließ der Ansturm der Kunden auf die Bankschalter merklich nach. Die EU-Kommission hatte dem Staat erlaubt, den Geldinstituten mit Krediten in Höhe von 3,3 Milliarden Lewa (1,7 Milliarden Euro) beizuspringen und so den "Angriffen von Spekulanten" zu begegnen. Die Krise sei "von äußeren Ereignissen" ausgelöst worden. Die Banken selbst seien nicht schuld, versicherte die EU-Kommission. Der bulgarische Bankensektor sei "gut mit Kapital ausgestatte t".

"Es gibt keine Krise im Bankensektor. Es gibt eine Vertrauenskrise und einen kriminellen Angriff", versicherte Präsident Rossen Plewneliew . Am Sonntagabend hatte er eine Garantieerklärung an die Adresse der bulgarischen Sparer gegeben: "Das Geld der Bürger in den Banken in Bulgarien ist sicher und garantiert." Mittlerweile sind acht Personen unter dem Verdacht von "Verbrechen gegen das Finanzsystem" festgenommen. Die Nationalbank forderte gestern, Falschmeldungen zu Bankpleiten müssten mit Haftstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet werden können.