Brücke am Kleberweiher in St. Ingbert soll bleiben

Bahnbrücke : Fußgängerbrücke über die Bahn soll bleiben

Die Fußgängerbrücke In der Au, die über die Bahnstrecke Saarbrücken-Homburg führt, ist marode. Im Jargon der Deutschen Bahn heißt das, die Überquerung ist „technisch abgängig“, weshalb sie gesperrt werden musste.

Da sich die Brücke im Besitz der DB Netz AG befindet, ginge diese davon aus, dass es sich bei dem Weg über die Brücke nicht um einen öffentlich-rechtlich gewidmeten Weg handelt. Aus bahnbetrieblicher Sicht sei die Brücke nicht notwendig, weshalb man bei der Bahn auch kein Interesse an einer Instandsetzung habe. Es gebe auch keine Rechtsgrundlage, die das Unternehmen verpflichte, die Wegeführung aufrecht zu erhalten, wie es in einem Schreiben der DB Netz an die Stadt heißt. Diese wurde gebeten, kurzfristig zu entscheiden, ob sie das Bauwerk mit allen Lasten übernehme, bevor es dem Abriss zum Opfer falle. Es wurde von Seiten der Bahn noch darauf hingewiesen, dass die Stadtwerke die Brücke in Form einer Stromleitung mitbenutzen.

Die Verwaltung gab das Thema zur Beratung an den Ortsrat weiter. „Das ist von der Bahn nicht nett“, sagte Ortsvorsteher Ulli Meyer zur Sperrung und zu den Rückbauplänen, „denn das ist eine wichtige Verkehrsanbindung für das Viertel. Die Leute kommen zum Hobels am Besten über die Brücke. Und auch die Bahn hat doch damals die Brücke nicht aus Jux und Dollerei geplant.“ Auch der städtische Mitarbeiter Christian Lambert plädiert für den Erhalt der Brücke: „Wir brauchen sie.“ Sie verbinde das Naherholungsgebiet Kléberweiher und die Au beispielsweise mit Rohrbach. „Ohne die Brücke kriegen wir ein massives Problem. Das sieht auch die Verwaltung so“, sagte der Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Stadtentwicklung und Umwelt in der jüngsten Ortsratssitzung. Über die Brücke verlaufe die Mountainbikestrecke Pur und auch ein Wanderweg ist über sie ausgewiesen. Die Stadt wolle auf die Bahn zugehen und erreichen, dass diese sie instand setzt. Danach könne die Stadt die Fußgängerbrücke in ihren Bestand aufnehmen – mit allen Folgekosten. Lambert verglich diese Strategie mit jener, wie sie bei der Abstufung von Straßen angewandt wird. Der Ortsrat sprach sich einstimmig für den Erhalt der Brücke aus. „Seit den 50er Jahren gibt es sie schon als ,Neue Brücke‘. Sie war schon da, bevor Kléber sich dort ansiedelte. Wenn das eine Autobrücke wäre, würde man sie auch nicht einfach abreißen“, sagte der Ortsvorsteher.