BP zahlt Rekordstrafe

BP zahlt Rekordstrafe

London. Der britische Ölkonzern BP muss wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor zweieinhalb Jahren 4,5 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 3,5 Milliarden Euro) Strafe an die US-Regierung zahlen. Auf diesen Rahmen einigten sich gestern der britische Konzern und die Regierung in Washington. Es ist die höchste Strafe, die in der US-Geschichte jemals gezahlt wurde

London. Der britische Ölkonzern BP muss wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor zweieinhalb Jahren 4,5 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 3,5 Milliarden Euro) Strafe an die US-Regierung zahlen. Auf diesen Rahmen einigten sich gestern der britische Konzern und die Regierung in Washington. Es ist die höchste Strafe, die in der US-Geschichte jemals gezahlt wurde.Gleichzeitig bekannte sich BP unter anderem schuldig, in elf Fällen Schiffspersonal vernachlässigt zu haben, und gab auch Vergehen gegen die Umweltschutzgesetze zu. Ob sich BP-Mitarbeiter nach dem Tod von elf Menschen bei dem Unfall auch wegen Tötungsdelikten verantworten müssen, wollte BP zunächst nicht kommentieren.

Die Zahlung kann über fünf bis sechs Jahre gestreckt werden. "Wir alle bei BP bedauern zutiefst den tragischen Verlust von Menschenleben durch den Unfall auf der Deepwater Horizon und auch den Einfluss des Ölaustrittes auf die Küstenregion im Golf von Mexiko", sagte der Vorstandschef von BP, Bob Dudley. Der Konzern habe sich ebenso bereit erklärt, weitere Sicherheitsvorkehrungen bei seinen Bohrungen im Golf von Mexiko zu treffen und in das Risikomanagement zu investieren. Die Einigung muss noch von US-Gerichten bestätigt werden. Bei der Explosion der Förderplattform Deepwater Horizon im April 2010 waren elf Menschen ums Leben gekommen. 4,9 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl liefen 87 Tage lang ungebremst ins Meer. Ganze Küstenabschnitte wurden verseucht.

BP hatte in seiner Bilanz 38 Milliarden Dollar für die Kosten der Katastrophe zurückgestellt. 14 Milliarden mussten die Briten bereits an Reparatur- und Reinigungskosten zahlen, etwa für das Stopfen des Lecks. Neun Milliarden Dollar wurden an private Kläger ausgezahlt. dpa