Bosch drängt auf neue Messmethoden für Abgase bis Ende 2015

Bosch drängt auf neue Messmethoden für Abgase bis Ende 2015

Der Chef des Autozulieferers Bosch, Volkmar Denner, plädiert für eine schnellere Einführung neuer Methoden für die Abgasmessung. Unterdessen denkt Volkswagen über eine Tauschprämie für Altfahrzeuge nach.

. Bosch-Chef Volkmar Denner fordert eine schnelle Einigung auf neue Regelungen für Abgasmessungen bei Autos. "Wir müssen uns schnell mit Brüssel über den neuen, weltweit einheitlichen Testzyklus WLTP und die Real Driving Emissions, also die Emissionen im realen Fahrbetrieb einigen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Bis Ende dieses Jahres sollte das gelingen." Nach dem Skandal um die Manipulation von Messwerten schädlicher Stickoxide bei Dieselfahrzeugen von Volkswagen ist die Diskussion um diese Tests erneut in Gang gekommen. Die Werte werden in der Regel auf Prüfständen ermittelt, die keine realen Fahrbedingungen abbilden. Auch ohne Manipulation kommen also Unterschiede zustande. Umweltverbände kritisieren dieses Vorgehen seit Langem. Die Aufgabe für Zulieferer und Hersteller sei ganz klar, die derzeitige Differenz zwischen realen Emissionen und den Grenzwerten im Testzyklus zu verringern, sagte Denner. "Anspruchsvolle Grenzwerte für die Realemissionen forcieren die technische Weiterentwicklung, sie müssen aber technisch und wirtschaftlich erreichbar sein." Auch das Bosch-Werk in Homburg spielt mit seiner modernen Diesel-Technik eine führende Rolle in den weltweiten Liefer- und Verkaufsstrategien von Bosch. Das Homburger Werk gilt zugleich als ein Leitwerk für neue Technologien, die anschließend weltweit eingeführt werden.

Eintauschprämien denkbar

Unterdessen erwägt der Volkwagen-Konzern für die Rückrufaktion der 2,4 Millionen Diesel hierzulande auch Eintauschprämien als Alternative zur Nachbesserung. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Konzerns und der Volkswagen-Partner. Bei der Idee, wonach VW die Wagen in Zahlung nehmen und zusätzliche Anreize für einen Neuwagenkauf setzen könnte, stehen die betroffenen Motoren mit 1,6 Liter Hubraum im Fokus. Bei dem Aggregat reicht nicht nur ein Softwareupdate aus, sondern es muss neue Technik her - mit entsprechenden Kosten für Bauteile und Arbeitsstunden.

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