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Starker Notenschnitt für Borussia
Sommer besser bewertet als in der gesamten Vorsaison

Eine derart gute Note hat Torwart Yann Sommer im vergangenen Jahr nicht einmal von den Usern erhalten. So ging es einigen Borussen beim 2:0 gegen Bayer Leverkusen. Von Jannik Sorgatz

Die Uneinigkeit zeigt, warum das Wort „Matchwinner“ nach dem 2:0 gegen Bayer Leverkusen am Samstag kaum gebraucht wurde. Borussias Fans wählten in der Vereins-App Florian Neuhaus zum „Spieler des Spiels“, unsere Redaktion bewertete Jonas Hofmann am besten, das Fanportal „Torfabrik“ verteilte jeweils an Matthias Ginter und Tony Jantschke die beste Note, beim „Kicker“ hatten Ginter, Neuhaus, Hofmann und Raffael gemeinsam die Nase vorn. Für einen weiteren besten Borussen stimmten schließlich die User bei RP Online. Mit einem Schnitt von 1,68 (umgerechnet eine 2+) landete auf Platz eins die Nummer eins: Yann Sommer.


Insgesamt fiel das Votum fast schon euphorisch aus. Für die elf Borussen, die Trainer Dieter Hecking von Beginn an aufs Feld geschickt hatte, gab es durchschnittlich eine 2,2. In der Vorsaison blieb die 2,32 beim Auftaktsieg gegen den 1. FC Köln bis zum Ende unerreicht (galt mit einem Schnitt von 2,45 auch für die Noten unserer Redaktion). Auch vor einem Jahr wollte Borussia nach einer am Ende enttäuschenden Saison so einiges besser machen und überzeugte am ersten Spieltag. Die starke Frühform in diesem Jahr ist also beachtlich und eine Warnung zugleich.

„Wenn man aus einer so intensiven Vorbereitung kommt, ist es immer wichtig, dass es so gelingt, zu starten und ein gutes Gefühl zu haben“, sagte Sommer nach seinem ersten Pflichtspiel als Borussia-Kapitän. Im DFB-Pokal hatte Hecking noch Tobias Sippel ins Tor gestellt, der den einzigen Hastedter Schuss passieren ließ. Nun hielt Sommer den Kasten sauber, was in der ersten Hälfte mit Glück bei Leon Baileys Lattenkopfball und Jordan Beyers Block auf der Linie gelang, wozu der Schweizer Keeper in der Schlussphase mit einer herausragenden Parade gegen Lucas Alario erheblich seinen Teil beitrug.



In den letzten beiden Spielen der vergangenen Saison hatte Sommer von den Usern seine besten beiden Bewertungen erhalten, eine 1,8 und eine 1,85. Gegen Leverkusen schnitt er mit einer 1,68 noch einmal besser ab.  „Es war ein ständiges Auf und Ab, das ist auch für einen Fan nicht einfach“, sagte der 29-Jährige über das, was die Borussen hinter sich gelassen haben. „Jetzt fangen wir bei null an, schreiben eine neue Geschichte – und gegen Leverkusen war es das erste Kapitel.“ Auch Jantschke, Hofmann und Johnson schnitten so gut ab wie in der kompletten Spielzeit 2017/18 nicht. Ginter erhielt seine zweitbeste Note, Raffael immerhin die drittbeste.

Die Erinnerung an den zweiten Spieltag der Vorsaison sollte den Borussen eine Warnung sein. Der Notenschnitt beim 2:2 in Augsburg stürzte ab auf 3,61, alle Spieler bis auf Sommer und Denis Zakaria landeten im Viererbereich. Letzterer wäre sicher froh, wenn seine Leistung diesmal überhaupt benotet würde. Denn dann hätte er, erneut in Augsburg, wenigstens 30 Minuten auf dem Platz gestanden.