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Borussias neuer Mittelstürmer
Plea macht Schluss mit der Torlosigkeit

Borussias neuer Mittelstürmer Alassane Plea trifft wie Raffael und Thorgan Hazard beim deutlichen 11:1-Sieg im Pokalspiel beim BSC Hastedt dreimal. Dabei deutete er erstmals im Borussia-Trikot an, was er kann. Von Jannik Sorgatz

Am Montag haben die Borussen frei, das Auslaufen fand direkt nach dem DFB-Pokal-Rekordsieg auf dem Rasen statt. Danach hatten die Spieler auf dem Weg in die Kabine einen Selfie- und Autogramm-Marathon zu absolvieren. Matthias Ginter wurde nach dem 11:1 sämtliche Oberteile los. „Ich habe mir das Trikot von Thorgan Hazard geholt“, rief ein Betreuer des BSC Hastedt begeistert.


Auch Raffael, wie Hazard dreimaliger Torschütze, musste für zahlreiche Fotos posieren. Vergleichsweise flüssig konnte Alassane Plea die Meter über die Tartanbahn zurücklegen, obwohl auch er dreimal getroffen hatte. Nach einem holprigen ersten Monat in Gladbach hat der 23-Millionen-Euro-Mann angedeutet, was er kann. Plea spielte durch, womit sich auch Fragen nach seiner Fitness erledigt haben dürften.

„Alassane hat das gezeigt, was ihn auszeichnet. Er ist ein Strafraumstürmer, er ist immer da“, sagte Trainer Dieter Hecking. „Natürlich hätte er das eine oder andere Tor mehr machen können, aber erstmal hat er drei gemacht.“ Vor vier Wochen hatte Plea beim Blitzturnier in Bochum debütiert. In 45 Minuten vergab er drei Chancen und auch anschließend seinen Schuss im Elfmeterschießen.



Es folgten ebenfalls torlose Einsätze gegen Ingolstadt und Southampton. Am letzten Test-Wochenende pausierte der Angreifer, trainierte danach aber voll durch „Es wurde ja schon wieder geunkt, das bereitet uns immer einen Riesenspaß“, sagte Hecking.

In der achten Minute bereits beendete Plea gegen Hastedt seine Torlosigkeit. Wie er sich mit rechts auf engem Raum befreite und dann mit links trocken abschloss, konnte sich sehen lassen. Genau diese Kompromisslosigkeit im Strafraum schätzt Hecking. Kurz vor der Pause musste sich Plea jedoch ein wenig Häme des Bremer Publikums gefallen lassen. Nach Jonas Hofmanns Querpass hätte er nur noch einschieben müssen, traf aber lediglich das Außennetz. Besser machte es Plea beim 7:0 und beim 10:0, nach Vorlage von Tony Jantschke und Patrick Herrmann, jeweils mit links.

„Alle in der Offensive – Alassane, aber auch Thorgan Hazard, Raffael, Jonas Hofmann und Florian Neuhaus – haben sehr harmoniert“, sagte Manager Max Eberl. „Man merkt von Tag zu Tag, dass Alassane mehr ankommt.“ Sechs Tage bleiben bis zum Bundesliga-Auftakt, Hecking kann auf Plea zählen, wollte aber nach einem 11:1 im Pokal keineswegs fixe Startplätze für das Spiel gegen Bayer Leverkusen am Samstag (Anpfiff 18.30 Uhr) vergeben. „Wenn man sieht, wie schnell wir unsere Tore gemacht und wie flüssig wir kombiniert haben, ist das auch gegen einen Fünftligisten nicht selbstverständlich“, sagte Hecking.

Während Plea vor allem im Strafraum und auf direkten Laufwegen hinein zu finden war, umwuselten ihn Hazard und Raffael. In zweiter Reihe, aber immer noch ganz weit vorne agierten Hofmann und Neuhaus. „Genau diese Variabilität wollen wir haben, besonders gegen tiefstehende Gegner“, sagte Hecking.

Nun geht der Kampf um die Startelf von vorne los. Hecking betonte es fast genüsslich, welche Möglichkeiten er noch auf der Bank gehabt hätte – Denis Zakaria, Christoph Kramer, Fabian Johnson. Rekord-Einkauf Plea wiederum beginnt am Dienstag nicht mehr bei null, sondern bei drei. Bei Borussias bis Sonntag letztem zweistelligen Sieg, dem 10:0 gegen Eintracht Braunschweig, war Mittelstürmer Frank Mill 1984 leer ausgegangen. Von dem Schicksal war Plea gegen Hastedt weit entfernt.