Börsenbeben in Europa und den USA

Börsenbeben in Europa und den USA

Frankfurt/New York. An den Aktienmärkten sind gestern die Kurse erneut abgestürzt. Der deutsche Leitindex Dax brach zeitweise um fast sieben Prozent ein und schloss mit einem Minus von 5,82 Prozent bei 5602,80 Punkten - der größte Tagesverlust seit November 2008. An der Wall Street sackte der Dow Jones zwischenzeitlich um mehr als vier Prozent ab

Frankfurt/New York. An den Aktienmärkten sind gestern die Kurse erneut abgestürzt. Der deutsche Leitindex Dax brach zeitweise um fast sieben Prozent ein und schloss mit einem Minus von 5,82 Prozent bei 5602,80 Punkten - der größte Tagesverlust seit November 2008. An der Wall Street sackte der Dow Jones zwischenzeitlich um mehr als vier Prozent ab. Auch in London, Paris, Mailand und Madrid sackten die Kurse ab. Hintergrund sind weltweite Rezessionsängste und die Schuldenkrisen auf beiden Seiten des Atlantiks.Schon Ende Juli und Anfang August hatte eine regelrechte schwarze Serie die internationalen Börsen in die Tiefe gerissen. Die Dimension der Kurseinbrüche hat mittlerweile das Niveau vom Herbst 2008 erreicht, also die Zeit der schweren Finanzmarktkrise im Zuge der Pleite von Lehman Brothers. Seit Anfang August verlor das Börsenbarometer mehr als 21 Prozent.

Am Vormittag hatte ein Schwall an Verkäufen im Dax-Future - das sind Wetten auf die künftige Entwicklung des Leitindex - den Dax tief ins Minus gedrückt. Als Auslöser galt zunächst eine versehentlich zu umfangreiche Verkaufsorder, ein "Fat Finger". Börsianer sprechen von einem solchem "Handel mit dickem Finger", wenn einem Händler im temporeichen Computerhandel ein Eingabefehler unterläuft. Werden versehentlich zu hohe Verkaufsaufträge gegeben, hat das Folgen für den Handel. Viele Händler in Frankfurt bezweifelten aber diese Version.

Auf jeden Fall verstärkten schlechte Zahlen aus den USA den Absturz des Dax. Neben schwächer als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten lieferte die US-Bank Morgan Stanley mit ihrer gesenkten Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum einen weiteren Belastungsfaktor. dpa/afp