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Berliner Notizen
Blutwurst und Mr. Spock

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Angela Merkel weiß, was sich gehört. Statt vor einer Woche Jogis Jungs gegen Brasilien zu gucken, lud die Kanzlerin lieber ihren Ex-Außenminister Sigmar Gabriel in ihr Lieblingslokal ein – ins „Chez Maurice“. Das Abendmenü umfasste französische Blutwurst mit in Thymiankaramell glasierten Apfelspalten und Kartoffelpüree. Der von seiner Partei kaltgestellte Gabriel hatte Merkel beim Rotwein sicherlich einiges zu erzählen. Und Andrea Nahles hätte bestimmt gerne Kellnerin gespielt. Von Hagen Strauss


Apropos Sigmar Gabriel. Der Bundestagsabgeordnete, etwas anderes ist er ja nicht mehr, wurde jetzt beim Betreten der Räumlichkeiten eines Berliner Verlages gesichtet. Plant da jemand ein Abrechnungsbuch mit der SPD, mit Martin Schulz, dem Mann mit den Haaren im Gesicht, wie Gabriel kürzlich seine Tochter zitierte? Also mal nachgefragt: „Ich wüsste nicht, dass Sigmar Gabriel an einem derartigen Buch arbeitet!“, antwortete sein Sprecher mit Nachdruck. Abwarten. Die Verlockung ist doch viel zu groß…



Volker Kauder reiste jetzt nach Japan – zum achten Mal. Bei seinen Gesprächen vor Ort widmete sich der Unionsfraktionschef den Themen Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Kauder traf im Zukunftsmuseum von Tokio auf einen lebensgroßen „weiblichen“ Roboter. Also auf eine Maschine, die wie eine Frau aussah. Nach der Begegnung hielt der CDU-Mann es mit Mr. Spock vom Raumschiff Enterprise: „Faszinierend.“ Aber: „Ein bisschen mehr Emotionen könnte die Dame schon zeigen“, sagte Kauder grinsend.

Jürgen Trittin plauderte eine kleine Anekdote aus, nachdem man ihm ruhige Ostertage gewünscht hatte. In seiner Zeit als Umweltminister unter Kanzler Gerhard Schröder habe es diese österliche Ruhe nicht gegeben. Schröder habe ihn dann oft angerufen und dieses oder jenes von ihm gewollt. Und auch den Hinweis, „es ist doch Ostern, Gerd“, habe Schröder geflissentlich ignoriert. Mehr noch: Ihm seien dann auch noch viele Unterlagen „gefaxt“ worden. Gerds Faxen eben.