Polizei und Zoll im Einsatz Verdacht auf Menschenhandel – Razzia mit zahlreichen Ermittlern im Saarland

Update | Neunkirchen/Saarbrücken · Bereits mehrfach war es in den vergangenen Wochen in den Neunkircher Stadtteilen Furpach und Münchwies zu Einsätzen gekommen. Da hatte es in beiden Orten gebrannt. Und genau dort tauchten am Mittwoch Ermittler auf. Allerdings wegen eines ganz anderen Verdachts.

Polizeieinsatz in Neunkirchen-Furpach: Durchsuchung in einem Hotel auf Anweisung der Staatsanwaltschaft in Saarbrücken. (Symbolbild)

Polizeieinsatz in Neunkirchen-Furpach: Durchsuchung in einem Hotel auf Anweisung der Staatsanwaltschaft in Saarbrücken. (Symbolbild)

Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Zoll und Polizei haben im Saarland drei Häuser durchsucht, wie die Staatsanwaltschaft Saarbrücken auf SZ-Anfrage bestätigte. Zahlreiche Beamte des Hauptzollamts sowie des Landespolizeipräsidiums waren Mittwochvormittag, 19. Juli, im Einsatz. Die Staatsanwaltschaft hatte die Großkontrolle gefordert.

Durchsuchungen an zwei Orten in Neunkirchen

Demnach ging es bei der Razzia in den Neunkircher Stadtteilen Furpach und Münchwies um den Verdacht des Menschenhandels. Das teilt Stephan Laßotta auf SZ-Anfrage mit. Damit bestätigt der Sprecher beim Landespolizeipräsidium in der Landeshauptstadt entsprechende Zeugenberichte über ein massives Polizeiaufgebot, das vor einem Hotel in Furpach beobachtet worden war.

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Der zweite Ort, an dem Ermittler aufschlugen, war in Münchwies. Hier rückten die Beamten gleichfalls mit mehreren Fahrzeugen an. Über den dritten Ort im Saarland, der durchsucht worden ist, ist bislang nichts bekannt.

„Gegenstand des Ermittlungsverfahrens ist unter anderem der Verdacht des Menschenhandels, der Zwangsarbeit und der Ausbeutung der Arbeitskraft, der gewerbsmäßigen Beschäftigung von Ausländern ohne Genehmigung oder Aufenthaltstitel zu ungünstigen Arbeitsbedingungen sowie der Verdacht des beharrlichen Verstoßes gegen das Arbeitszeitgesetz und des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt“, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Unter anderem werde einem im Baugewerbe tätigen Beschuldigten zur Last gelegt, seit Jahren Arbeitnehmer ohne Aufenthaltstitel oder Arbeitserlaubnis auf verschiedenen Baustellen einsetzt zu haben.

Orte bereits wegen Brands zuletzt aufgefallen

An beiden Standorten war es in den vergangenen Wochen mehrfach zu Bränden gekommen. Ob diese in Zusammenhang mit den jetzigen Vorwürfen stehen, ist nicht bekannt. Es sollen indes am Mittwoch Beweise gesichert worden sein.

Hauptzollamt in Saarbrücken am Einsatz beteiligt

Ein Sprecher des Hauptzollamtes in Saarbrücken bestätigte die Beteiligung seiner Behörde an den Durchsuchungen. Das deutet zudem auf den Verdacht der Schwarzarbeit hin. Hier ist in der Regel der Zoll verantwortlich, um derartige Fälle aufzudecken.

Ein weiterer Einsatz habe parallel zu Neunkirchen in Kaiserslautern stattgefunden. Die Fälle sollen aber zunächst nicht in einem Zusammenhang stehen.

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