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Unglück auf Achterbahn in Freizeitpark Klotten/Mosel: Staatsanwalt ermittelt

Aus dem Sitz geschleudert : Unglück auf Achterbahn mit getöteter Saarländerin: Staatsanwalt ermittelt – Freizeitpark bleibt geschlossen

Eine Frau aus dem St. Wendeler Land ist aus dem Sitz einer Achterbahn geschleudert worden und acht Meter in die Tiefe gestürzt. Das Opfer starb noch am Unfallort. Die Staatsanwaltschaft in Koblenz ermittelt nun. Unterdessen werden schwere Vorwürfe gegen den Betreiber des Freizeitparks an der Mosel laut.

Erst ist sie in ihrem Sitz hin- und hergerutscht. Dann verlor die Saarländerin vollends den Halt und wurde von der Achterbahn geschleudert. Dies ist der tragische Sachverhalt, wie er sich zurzeit der Staatsanwaltschaft in Koblenz darstellt. Die Ermittlungsbehörde übernahm am Montag, 8. August, das Verfahren. Sie will nun herausfinden, wie es am Samstagnachmittag zu dem tödlichen Unglück kommen konnte.

Dabei stürzte die 57-Jährige aus dem St. Wendeler Land acht Meter in die Tiefe. Wiederbelebungsversuche an der Unglücksstelle blieben erfolglos. Eine Obduktion soll nun die genaue Todesursache klären, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom Montag.

Außerdem sei zu klären, was mit dem Wagen ist, den das Opfer nutzte. Dazu werde ein Gutachter eingeschaltet, wird angekündigt. Untersucht werden sollen zudem amtliche Unterlagen zur Genehmigung und Prüfung der Achterbahn. Weiter Zeugen verhöre die Polizei.

Unterdessen erhob ein Beobachter nach Medienberichten schwere Vorwürfe gegen den Betreiber des Wild- und Freizeitparks Klotten bei Cochem an der Mosel. Demnach sei vor Fahrtbeginn nicht überprüft worden, ob die Verschlussbügel eingerastet sind. Dies sei aber im Regelfall üblich.

Der Park blieb auch am Montag geschlossen. Auf der Internetseite gab das Unternehmen bekannt, so „eine schnelle Aufklärung des Unfallherganges durch die Behörden zu unterstützen“. Gleichzeitig bekundete der Betreiber „tiefempfundenes Mitgefühl der Familie, den Angehörigen und Freunden“ gegenüber. Noch sei unklar, ob der Park in den nächsten Tagen wieder öffnet.

TÜV: Fahrgeschäfte in Deutschland „auf einem sehr, sehr hohen Sicherheitsniveau“

Der Geschäftsführer des TÜV-Verbands, Joachim Bühler, sagte, die Fahrgeschäfte in Deutschland seien grundsätzlich „auf einem sehr, sehr hohen Sicherheitsniveau“. Er verwies dazu auch auf gesetzlich vorgeschriebene Kontrollen und Wartungen. „Man muss keine Sorge haben, in unsicheren Fahrgeschäften unterwegs zu sein“, sagte er. Zum Beispiel Bügel oder Anschnallgurte würden besonders geprüft.

„Vor jeder Fahrt muss überprüft werden, ob die besonders sicherheitsrelevanten Teile tatsächlich auch funktionieren und auch eingerastet sind“, betonte Bühler. „Jeder kennt das: Man setzt sich in die Achterbahn, man setzt sich in ein Fahrgeschäft, der Bügel wird geschlossen, es macht ein Klack, genau das muss von dem Personal auch kontrolliert werden, ob das tatsächlich der Fall ist, erst dann darf losgefahren werden.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Saarländerin stürzt aus Achterbahn und stirbt – Fotos zeigen Örtlichkeiten