Ölspur verrät Autofahrer Nach Unfall – Mann (65) fährt 18 Kilometer auf Felge von St. Ingbert nach Saarbrücken

St. Igbert/Saarbrücken · Ungewöhnlicher Unfall in St. Ingbert: Dabei verlor der Golf eines Autofahrers aus Saarbrücken ein Rad. Doch das konnte ihn nicht stoppen. Er fuhr, als wenn nichts geschehen wäre, wie geplant nach Hause. Die Polizei hatte aber leichtes Spiel, ihn ausfindig zu machen.

 Die Polizei verfolgt einen Mann über 18 Kilometer bis zu seiner Wohnung. (Symbolbild)

Die Polizei verfolgt einen Mann über 18 Kilometer bis zu seiner Wohnung. (Symbolbild)

Foto: dpa/Marijan Murat

Eine Fahrt von St. Ingbert nach Saarbrücken ist einem Mann mächtig danebengegangen. Denn bei einem Unfall hatte der 65-Jährige großen Schaden angerichtet. Doch das sollte ihn nicht davon zurückhalten, mit dem demolierten Karosse den Heimweg wie vorgesehen anzutreten.

Auslöser für die ungewöhnliche Fahrt war ein Crash in St. Ingbert

Von dem ungewöhnlichen Vorfall berichtet ein Sprecher der Polizei in der Saarpfalz-Stadt. Dieser nahm am Sonntagabend, 3. März, seinen Lauf. Auslöser der folgenschweren Tour war ein Crash kurz nach 20 Uhr in St. Ingbert.

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Zeugen sollen gemeldet haben, dass ein Autofahrer mit seinem Wagen über einen Verkehrskreisel hinweggefahren ist. Dabei habe er nicht nur an dem Gelände Schaden angerichtet. Auch seinen schwarze VW-Golf habe er heftig ramponiert. Doch statt sich um die neue Ausgangslage zu kümmern, habe er seine Reise wie unbekümmert fortgesetzt.

Ölspur markiert den 18 Kilometer langen Weg

Nachdem Beaobachter die Ermittler darüber informiert hatten, war es für sie ein Leichtes, den 65-Jährigen auf seiner Spur zu ihm nach Haus zu verfolgen. Denn bei dem Zwischenfall hatte er seine Karosse dermaßen kaputt gemacht, dass diese Öl verlor. Und nicht nur das: Auch andere Trümmerteile des Fahrzeugs lagen umher.

Als sei dies nicht genug, hatte der Mann bei der Kollision auch noch vorne links einen Reifen verloren. Auf Felgen des alles andere als verkehrstüchtigen Pkws kutschierte er heimwärts – ins 18 Kilometer entfernte Saarbrücken. Dort trafen ihn Beamte wenig später am Rastpfuhl an.

Polizei trifft Autofahrer in Saarbrücken an

Dort hatte er vorm Haus den reichlich demolierten Wagen geparkt, als wäre es das Normalste von der Welt. Wieso er trotzdem weitergefahren war, dazu sagte der Fahrer bei seiner Vernehmung nichts. Aber: Er habe schon mitbekommen, dass da was an dem Fahrzeug nicht mehr in Ordnung war. Wie der Polizeisprecher weiter meldet, sollen seine Kollegen weder Alkohol noch Drogen bei ihm festgestellt haben.

Wegen dieser Fahrt wird jetzt gegen den Saarbrücker ermittelt. Der Vorwurf: Unfallflucht. Der Schaden ist hoch, da er sowohl den VW als auch den Weg von St. Ingbert bis in die Landeshauptstadt durch ausgelaufenes Öl sowie Schleifspuren beschädigt hat. Die genaue Summe ist noch nicht bilanziert.

Zeugensuche, um Unfall zu klären

Um den Fall gänzlich zu klären, setzen die Fahnder auf weitere Hinweise. Insbesondere will die Polizei erfahren, wie sich der Unfall genau zutrug und ob andere Verkehrsteilnehmer durch die Fahrt des Mannes gefährdet wurden. Verwundert habe es die Ermittler, dass sich niemand während seiner Fahrt gemeldet habe. Denn die habe durch die Felgenfahrt recht laut sein müssen. Unwahrscheinlich sei es, dass so etwas niemand mitbekommt.

Ausgangspunkt war der Kreisverkehr in der St. Ingberter Kaiserstraße (L119) aus Richtung Stadtteil Rohrbach. Außerdem führte ihn der Weg in Saarbrücken durch die Innenstadt über den Ludwigskreis bis schließlich zum Rastpfuhl in Malstatt.

Hinweise an die Polizei in St. Ingbert: Telefon (0 68 94) 10 90.

(hgn)
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