1. Blaulicht

Tod der Kommissarin Charlotte B.: Streifenwagen fuhr 152 km/h im Ort

Ergebnis eines Gutachtens : Unfalltod der Kommissarin Charlotte B.: Mit 152 km/h im Streifenwagen unterwegs

Der Streifenwagen, in dem Mitte Februar während einer Einsatzfahrt die 22 Jahre alte Polizeikommissarin Charlotte B. im Saarbrücker Stadtteil Güdingen tödlich verunglückte, war mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachter, der im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Unfallursache klären sollte. Das Fahrzeug war an einem Samstagmorgen von der Fahrbahn abgekommen und mit einer Straßenlaterne kollidiert. Die Beamtin war Beifahrerin. Sie starb noch an der Unfallstelle. Der Fahrer (34)  wurde schwer verletzt. Er wird derzeit noch in einer Fachklinik behandelt. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung. Der Beamte hat einen Anwalt beauftragt, sich  bislang noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Das Streifenkommando war mit Sonderrechten (Martinshorn und Blaulicht) auf einer Verfolgungsfahrt, hatte aber offenbar keinen Sichtkontakt zu dem gesuchten Franzosen, der angeblich stark alkoholisiert in Richtung Landesgrenze fuhr. Der Franzose stellte sich später der Polizei.

Pressestaatsanwalt Mario Krah teilte  auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass der Gutachter als Unfallursache „ausschließlich“ die für die örtlichen Gegegenbenheiten „weit überhöhte Fahrgeschwindigkeit“ nennt. Hinweise auf technische Mängel an dem Streifenwagen wurden nicht gefunden. Am Unfallort hinter dem Verkehrskreisel gelten 50 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das Polizeifahrzeug war nach Berechnungen des Experten mit 152 km/h unterwegs. Diese Angaben basieren auf der Auswertung der im Steuergerät des Airbags in dem Mercedes C-Kombi gespeicherten Daten, der am Unfallort festgestellten Spuren sowie der Schäden an dem Auto.