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Schockanrufe im Saarland: Was Sie auf keinen Fall tun sollten

Gauner geben sich als Enkel oder Polizisten aus : Fiese Schockanrufe mit weinerlicher Stimme: Was Sie auf keinen Fall tun sollten

Die Masche zieht immer wieder aufs Neue. Dabei sollen in der Regel ältere Menschen übers Ohr gehauen werden. Es geht um Unsummen, die sie so an die Gauner abdrücken sollen. In einem Fall hätten sie fast ihr Ziel erreicht.

Zig Opfer haben sich Unbekannte am Mittwoch, 20. Oktober, wieder herausgesucht, um sie mit fiesen Schockanrufen zu malträtieren. Dabei wollen die Täter ans Geld, an viel Geld, wie Arno Adams berichtet. Bis zu 25 000 Euro sollen sie am Apparat verlangt haben, sagt der Leiter des Kriminaldienstes bei der Merziger Polizei. 

Dabei sollen die Anrufer in der Regel betagte Bürger auf dem  Kieker haben. „Sie geben sich als Enkel, Polizist, Richter, Staatsanwalt oder Arzt aus. Da sind die sehr flexibel.“ Es geht unter anderem um dramatische Verkehrsunfälle, die den älteren Menschen vorgegaukelt werden. Wie jetzt, als sich angeblich eine Frau mit weinerlicher Stimme meldete. Sie schilderte ein verheerendes Unglück, bei dem auch Kinder verletzt worden seien. Damit die Anruferin, eine vermeintlich enge Verwandte des Schockanruf-Opfers, nicht hinter Gittern muss, soll sie eine Kaution hinterlegen. Das Geld habe sie aber nicht. Nun soll die betagte Dame am anderen Ende der Leitung schnellstens einspringen. Jemand komme vorbei und hole das Geld ab. 

Genau auf diese Masche wäre eine Frau (74) fast hereingefallen. Ihre Rettung in letzter Minute: Sie rief bei ihrer Tochter (44) zurück, die meldete sich. Da war klar: Einen dramatischen Unfall hat es nie gegeben.

Mit diesem und anderen Tricks versuchten am Mittwoch Unbekannte, mehrere Menschen im Landkreis Merzig-Wadern zu überrumpeln. Unter anderem zeigten Betroffene aus Beckingen und Merzig solche Zwischenfälle an. Bislang sei indes kein Fall bekannt, in dem Bares floss, meldet Adams.

In letzter Zeit war es immer wieder zu solchen Anrufserien im Saarland gekommen. Nun scheint es eine Neuauflage zu geben. Die Ermittler raten wie immer dazu, einfach aufzulegen, bestenfalls die angezeigte Rufnummer zu notieren und der Polizei zu übermitteln. Niemals würden Behördenmitarbeiter oder Ärzte anrufen, um Geld zu verlangen. Auch fremden Kurieren soll kein Geld übergeben werden.