Schwächerer Sommer erwartet DRK will Blutspenden im Saarland als Arbeitszeit anerkennen – Nun kommt auch Unterstützung aus der Saar-Regierung

Update | Saarland · Aktuell ist die Zahl an Blutspendern noch ausreichend – auch im Saarland. Doch in der Ferienzeit im Sommer rechnet das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mal wieder mit größeren Engpässen. Wie das DRK dem Problem jetzt entgegenwirken möchte. Und was Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) fordert.

Saarland: DRK will Blutspenden als Arbeitszeit anerkennen
Foto: dpa-tmn/Bernd Wüstneck

Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) setzt sich dafür ein, dass öffentliche Arbeitgeber das Blutspenden als Arbeitszeit anerkennen. „Das würde uns sehr helfen“, sagte DRK-Sprecher Stephan David Küpper. Allein im Versorgungsgebiet des DRK-Blutspendedienstes West im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen seien täglich 3500 Blutspenden erforderlich. Aktuell gebe es ausreichend Spender, aber in der Ferienzeit im Sommer werde es alljährlich knapp.

Anlass des Gesprächs war das 70-jährige Jubiläum der Blutspende in Deutschland. Seit 1951 hatte das DRK in NRW den ersten Blutspendedienst aufgebaut. Am 29. Februar 1952 gab es in Gelsenkirchen die erste offizielle Blutspendeaktion in Deutschland. „Den selbstlosen Blutspendern, die durch ihre Tat eine Blutsbrüderschaft bilden, sei schon jetzt der herzlichste Dank zum Ausdruck gebracht“, hieß es im April 1952 in einem Aufruf zum Blutspenden, den unter anderem der zweite NRW-Ministerpräsident Karl Arnold (1901 bis 1958) unterzeichnete.

Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und NRW – und das Problem mit den Babyboomern

Im vergangenen Sommer waren nach der Hochwasserkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz mit vielen überschwemmten oder nicht zugänglichen Spendelokalen Blutkonserven bereits knapp geworden. Wenn künftig die Babyboomer-Jahrgänge aus den Spenden herausfielen, könne sich die Situation auch langfristig verschärfen, sagte Küpper. Regelmäßige Blutspenden sind aus medizinischen Gründen je nach Bundesland maximal nur bis zum 76. Lebensjahr möglich, Erstspenden nur bis 68.

Eine Vollblutspende dauert einschließlich Ruhephase etwa eine Stunde. Eine Anerkennung als Arbeitszeit gebe es auf dem Wege der Kulanz bereits bei verschiedenen Stadtverwaltungen in NRW, sagte Küpper. „Wenn das alle machen würden, hätten wir weniger Probleme.“

Rückendeckung erhält DRK von Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU)

Öffentliche Arbeitgeber sollten Blutspenden anerkennen: Dieser Forderung schließt sich auch der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) an. „Blutspenden retten Leben. Deshalb sollten die Hürden für eine Spende so niedrig wie möglich sein. Wir nehmen den Vorschlag des DRK gerne auf, um unseren Mitarbeitenden die Blutspende zu vereinfachen. Viele Menschen sind dringend auf eine lebensrettende Blutspende angewiesen“, wird der Regierungschef in einer Pressemitteilung der Staatskanzlei zitiert.