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Saarland: Bereits drei Geldautomaten 2021 gesprengt – Bilder zeigen Tatorte

Hoher Schaden, geringe Beute : Hier haben Geldautomaten-Sprenger im Saarland dieses Jahr bisher zugeschlagen (Bildergalerie)

Drei Geldautomaten haben Täter seit Jahresbeginn im Saarland in die Luft gejagt. Doch an den Inhalt kamen die Täter nur ein einziges Mal. Ein Überblick über Tatorte und die Schäden.

2021 ist noch längst nicht vorbei – da haben Täter bereits ihr Vorjahrespensum erreicht. Drei Mal flogen Geldautomaten im Saarland in die Luft und damit genauso viel wie 2020. Das berichtet ein Sprecher des Landespolizeipräsidiums in Saarbrücken auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. In jeweils zwei der drei Fälle sei es den Tätern nicht gelungen, ans Bargeld zu gelangen.

Der bei diesen Taten angerichtete Schaden ist nach Angaben der Ermittler in allen Fällen hoch: Neben einem Schaden in der Regel in Höhe von 20 000 bis 30 000 Euro allein am Automaten komme ein Schaden am Gebäude oft zwischen 20 000 und 100 000 Euro dazu, hieß es.

Der Anteil der ausländischen Tätergruppierungen sei bei den Sprengungen von Geldautomaten „sehr hoch“. Zu den Motiven der oft reisenden Täter könne keine Aussage gemacht werden: „Jedoch ist festzuhalten, dass in der Regel relativ hohe Summen in den Geräten vorgehalten werden“, teilten die Ermittler mit. Zudem sei das Entdeckungsrisiko vor der Tat „relativ gering, da es normalerweise nicht zu einer Konfrontation mit den Geschädigten kommt“.

April: Verfolgungsjagd nach Sprengung in Homburg

In der Nacht auf Gründonnerstag, 1. April, wurde in einer Bank in Homburg ein Geldautomat gesprengt. Nach Angaben der Polizei wurde der Geldautomat in der Homburger Innenstadt gegen 2.40 Uhr hochgejagt. Die Beamten wurden direkt durch einen Sicherheitsdienst alarmiert. Die Täter flüchteten mit sehr hoher Geschwindigkeit und in rücksichtsloser Fahrweise über die A6. Die Polizei konnte das Auto noch verfolgen, verlor dann aber den Sichtkontakt. Der Geldautomat wurde vollständig zerstört. Dabei entstand laut Polizei ein Sachschaden von mehreren 10 000 Euro.

Juni: Knallharter Automat in Freisen

In der Nacht auf Freitag, 18. Juni, haben Ganoven einen Geldautomaten am Hermann-Hörmann-Platz in Freisen in die Luft gejagt. Kurz nach 3 Uhr betraten die beiden Täter die Sparkassen-Filiale. Laut Polizeiangaben wartete eine weitere Person in einem schwarzen VW-Golf mit gestohlenem Kennzeichen vor dem Gebäude. Nachdem die Täter die Filiale betreten hatten, kam es in dem Gebäude zu zwei kurz aufeinanderfolgenden Detonationen. Dabei wurden ein Geldautomat sowie eine Zugangstür stark in Mitleidenschaft gezogen. Öffnen ließ sich der Automat jedoch trotz der Sprengkraft nicht. Die Täter flüchteten ohne Beute.

September: Schon wieder Homburg

Ein lauter Knall hat am frühen Freitagmorgen, 24. September, in der Homburger Talstraße die Anwohner aufgeschreckt. Gegen 5 Uhr seien hier zwei nebeneinander stehende Geldautomaten gesprengt worden, bestätigte das Landespolizeipräsidium. Der Bereich vor den Räumen der betroffenen Bank war weiträumig abgesperrt worden; dazu gehörte auch der Fahrbahnabschnitt der Talstraße. Immer wieder blieben Passanten hier stehen. Die Polizei geht von drei bis vier Tätern aus. Diese seien allerdings trotz der Sprengung nicht an die Geldkassetten herangekommen – die Automaten wurden aber erheblich beschädigt.

Wahrscheinlich kein Zusammenhang

Auf Anfrage der SZ teilte ein Sprecher des Landespolizeipräsidiums mit, dass die Täter in allen drei Fällen noch nicht dingfest gemacht werden konnten. Einen Zusammenhang sieht er nicht unbedingt: „Die Automaten sind zwar auf ähnliche Art und Weise gesprengt worden, aber diese Technik wird häufig angewandt und ist noch kein Hinweis auf einen Zusammenhang.“

Obwohl die Zahl dieser Zwischenfälle bereits den gesamten Vorjahresstand erreicht hat, gehen die Ermittler von keiner Häufung aus: „In anderen Jahren hatten wir wesentlich mehr Fälle – 2014 etwa eine ganze Serie.“ Andere Bundesländer seien dieses Jahr in dem Bezug schlechter dran.

17 Geldautomaten in Rheinland-Pfalz gesprengt

In Rheinland-Pfalz haben Geldautomaten-Sprenger dieses Jahr bereits 17 Mal zugeschlagen, wobei es in sieben Fällen nicht zur Entwendung von Bargeld gekommen sei, teilte das Landeskriminalamt in Mainz mit. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum des Vorjahres standen 25 Sprengungen von Geldautomaten in der Statistik – in 13 Fällen blieben die Täter ohne Beute.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Dieses Jahr dreimal Geldautomaten im Saarland gesprengt