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Saarbrücken: SUVs am Rotenbühl lahmgelegt – Staatsschutz ermittelt​

Tat von Klimaaktivisten in Saarbrücken? : Unbekannte legen SUVs am Rotenbühl lahm – Staatsschutz ermittelt

In Saarbrücken machen sich seit Wochen Unbekannte an SUVs zu schaffen. Sie lassen an den Reifen der Wagen die Luft raus – und hinterlassen an der Windschutzscheibe eine Botschaft, wegen welcher nun der Staatsschutz ermittelt.

Luft aus SUV-Reifen lassen als Zeichen für den Klimaschutz? Bereits vor drei Wochen gingen bei der Polizei in Saarbrücken die ersten Anzeigen ein. Unbekannte hatten sich im Nauwieser Viertel an drei SUVs zu schaffen gemacht und die Luft aus einem oder mehreren Reifen abgelassen. Nach der Tat klemmten die Täter eine Art Begründung hinter die Windschutzscheibe des Fahrzeugs. Darin rechtfertigen sie ihre Tat mit dem Klimaschutz.

„Achtung – Ihr Spritfresser ist tödlich. Wir haben bei einem oder mehreren ihrer Reifen die Luft abgelassen. Sie werden wütend sein, aber nehmen Sie es nicht persönlich. Es liegt nicht an Ihnen, sondern an ihrem Auto. Wir haben dies getan, weil das Herumfahren in städtischen Gebieten mit einem riesigen Fahrzeug enorme Folgen für andere hat. Die Autokonzerne versuchen, uns davon zu überzeugen, dass wir große Autos brauchen. Aber SUVs und Geländewagen sind eine Katastrophe für unser Klima“, heißt es in dem Schreiben, das auch am Dienstag hinter der Windschutzscheibe eines SUV auf dem Rotenbühl klemmte. Weil die Politik nichts tun würde, würden die Unbekannten die „Maßnahmen“ selbst in die Hand nehmen. Wer genau hinter der Tat steckt, bleibt unklar.

Dieses Schreiben klemmte hinter der Windschutzscheibe eines SUV in Saarbrücken.
Dieses Schreiben klemmte hinter der Windschutzscheibe eines SUV in Saarbrücken. Foto: SZ-Redaktion

Weltweites Phänomen erreicht das Saarland

Wie der Sprecher des Landespolizeipräsidiums, Stephan Laßotta, am Dienstag (29. November) mitteilt, hat der Staatsschutz die Ermittlungen wegen des Verdachts einer politisch motivierten Tat aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft müsse nun prüfen, ob es sich beim Ablassen von Luft aus einem Autoreifen um eine Straftat handelt. An diesem Dienstag sind bei der Polizei weitere Anzeigen eingegangen: Bei den sechs SUVs handelt es sich unter anderem um Fahrzeuge auf dem Rotenbühl und in der Saarbrücker Innenstadt. Polizeisprecher Laßotta verweist darauf, dass es sich bei der Reifenaktion um ein weltweites Phänomen handelt.

Im Internet hat sich die Klimaaktivistengruppe „The Tyre Extinguishers“ (Die Reifenlöscher) zu den Taten in der Nacht von Montag auf Dienstag bekannt. In einer koordinierten Aktion in Europa und den USA soll an knapp 900 Fahrzeugen die Luft abgelassen worden sein. Allein in Saarbrücken seien nach Angaben der Klimaaktivisten 14 SUVs aus dem Verkehr gezogen worden. Von der Aktion betroffen waren auch SUV-Fahrer in den deutschen Großstädten Berlin, Hannover, Essen und Bonn.