Auch Lebensgefährtin festgenommen Polizei verhaftet mutmaßlichen islamistischen Terroristen in Burbach

Update · In dem westafrikanischen Staat Mali versucht sich eine Gruppe des sogenannten Islamischen Staates auszubreiten. Ein Mann aus Saarbrücken reiste deshalb offenbar dorthin und wollte die Terroristen unterstützen. Jetzt wurde bekannt, dass er festgenommen wurde.

Saarbrücken: Mutmaßlicher islamistischer Terrorist in Burbach​ verhaftet
Foto: dpa/Johannes Neudecker

Einem Saarländer, der in Saarbrücken-Burbach wohnt, wird "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat" vorgeworfen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Saarbrücken der Saarbrücker Zeitung. Nach SZ-Informationen handelt es sich dabei um den 39-jährigen Michel R., der sich im Internet Salahudin Ibn Jafar nennt. Dieser wurde bereits am 18. Februar 2022 in seiner Wohnung in Burbach festgenommen. Seine französisch-guinesische Lebensgefährtin wurde zuvor in Frankreich verhaftet.

Die beiden sind zusammen mit zwei Kindern im vergangenen Oktober nach Mali gereist. Das Ziel der Reise soll es gewesen sein, sich dem malischen Ableger der Terrororganisation des Islamischen Staats anzuschließen und sich an Waffen ausbilden zu lassen. Die französische Terrorstaatsanwaltschaft hatte demnach das Paar aufgespürt, nachdem dort gegen die Frau ermittelt worden war. Beide wurden nach ihrer Rückkehr aus Mali verhaftet. R. soll die gemeinsame Reise in den Wüstenstaat zwar eingeräumt, das von den Behörden angenommene Motiv jedoch bestritten haben, wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Saarbrücken erklärte. Der Anwalt des Festgenommenen äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Vorwürfen. Über den Fall hatte der SR zuerst berichtet.

Während die Lebensgefährtin von Michael R. in Frankreich inhaftiert ist, sitzt der Saarländer seit Februar in Saarbrücken im Gefängnis. Michel R. droht bei einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahre.

Was über Michel R. bekannt ist

Salafist Michel R., ist kein Unbekannter. 2014 hatte er über seinen Balkon in St. Johann eine schwarze Fahne gehisst, die auch der Islamische Staat (IS) als Erkennungszeichen verwendet. Der Sohn einer Deutschen und eines syrischen Christen hat es bereits bis in die US-Medien geschafft. 2010 berichteten dort Fernsehsender und Zeitungen über ihn und seine damalige Frau, eine amerikanische Konvertitin, die von US-Medien "Jihad Kathie" genannt wird.

Dem Saarbrücker Paar wurden Kontakte zu bekannten Attentätern nachgesagt. Im Internet zeigte sich das Paar in einem Video mit Sturmgewehr. Reporter von Spiegel-TV haben 2011 über den Mann recherchiert und unter anderem eine Verbindung zwischen ihm und Arid Uka hergestellt. Uka hatte im März 2011 zwei US-Soldaten am Frankfurter Flughafen getötet und zwei andere verletzt. Einen weiteren Kontakt gab es zu Taimur al-Abdali, der 2010 in Stockholm eine Autobombe zündete und sich anschließend in die Luft sprengte.

Auch soll Michel R. mit Daniel S. von der Sauerland-Zelle befreundet gewesen sein. Als Quelle diente den Reportern das mittlerweile gelöschte Facebook-Profil des Saarbrückers. Die Terrorzelle plante Anschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland. Die Jihadisten flogen 2007 auf. Daniel S. wurde zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Terrorismus-Experte sagte den Spiegel-Reportern, dass eine derartige Vernetzung mit bekannten Terroristen kaum Zufall sein könnte. Für im Internet veröffentlichte Gewaltvideos wurde Michel R. 2012 in Saarbrücken zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Mali und der Terror

In Mali hatte das Militär mehrfach gegen die Regierung geputscht. Verschiedene Gruppen, darunter auch islamistische Organisationen, versuchen, die Kontrolle über das Land zu bekommen. Deutschland ist mit der Bundeswehr im Rahmen der UN-Mission Minusma in dem Land. Ziel ist die Stabilisierung.