Zollfahnder in Saarbrücken Illegale Tabakproduktion bei Razzia ausgehoben – Steuerhinterziehung von mindestens 25 000 Euro

Saarbrücken · 15 Tatverdächtige sind Fahndern von Zoll und Polizei ins Netz gegangen. Sie sollen in Saarbrücken eine illegale Tabakproduktion für Wasserpfeifen betrieben haben. Und das war längst noch nicht alles. Einer der Bandenmitglieder sitzt jetzt im Gefängnis.

Ein Teil des beschlagnahmten Tabaks aus Saarbrücken.

Ein Teil des beschlagnahmten Tabaks aus Saarbrücken.

Foto: ZFA Frankfurt am Main

Bei einer groß angelegten Razzia im Saarland ist eine Bande ausgehoben worden, die mit Wasserpfeifentabak Steuern hinterzogen haben soll. An die 100 Fahnder waren damit befasst, 15 Mitglieder festzunehmen und die illegale Produktionsstätte in Saarbrücken stillzulegen.

Wie Sebastian Fuhr, Sprecher des Frankfurter Zollfahndungsamtes, berichtet, beschlagnahmten Ermittler seiner Behörde sowie der saarländischen Polizei in der Landeshauptstadt 650 Kilo illegal produzierten Tabaks. Außerdem entdeckten sie professionelle Druckmaschinen, mit denen die mutmaßlichen Täter Steuerbanderolen gefälscht haben sollen.

Erheblicher Schaden für den Fiskus durch gefälschte Banderolen

Saarland: In diesen Städten ist die Kriminalität am höchsten
53 Bilder

Wo die Kriminalität im Saarland am höchsten ist

53 Bilder
Foto: dpa/David Inderlied

Allein die damit mögliche Steuerhinterziehung hätte sich bei einem Verkauf auf dem Schwarzmarkt auf mehr als 25 000 Euro belaufen. „Noch gar nicht berechnet ist der angerichtete Schaden des womöglich schon vorher verkauften Tabaks“, sagt Fuhr auf SZ-Nachfrage. Damit könnte die Gesamtsumme noch um einiges steigen.

Neben dem Tabak und der Druckereiausstattung seien Aromen und gefälschte Verpackungen kassiert worden. Nebenbei entdeckten die Ermittler 400 Gramm Haschisch und mehr als 9000 unversteuerte Zigaretten. Die Mengen waren so umfangreich, so dass Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes (THW) den Abtransport stemmen mussten.

Wie Fuhr berichtet, erstreckten sich die 22 Hausdurchsuchungen größtenteils auf den Regionalverband Saarbrücken. Ein weiterer Teil betraf den Landkreis Neunkirchen. Von den 15 mutmaßlichen Bandenmitgliedern zwischen 18 und 53 Jahren musste nur einer zur Untersuchungshaft ins Gefängnis. Dabei handle es sich um einen 28-jährigen Saarbrücker. Die übrigen kamen wieder auf freien Fuß. Die Durchsuchungsaktion hatte bereits am Donnerstag, 6. Oktober, stattgefunden, wie Fuhr am Montag mitteilt.

Das droht den Tätern bei einer Verurteilung

Mittlerweile haben die Staatsanwaltschaft in der Landeshauptstadt die Ermittlungen übernommen. Für banden- und erwerbsmäßige Steuerhinterziehung im großen Stil stehen Geldstrafen sowie Gefängnis von bis zu fünf Jahren.

Bereits vor einem Jahr hatte der Zoll in Zusammenarbeit mit der Landespolizei eine Produktionsstätte für Wasserpfeifentabak ausgehoben. Damals stellten die Beamten 732 Kilo fertigen Tabak plus 500 Kilo in einer benachbarten Garage sicher. Damals stand ein 27-Jähriger als Haupttäter im Fokus. Dabei ging es um einen Schaden für den Fiskus von 27 000 Euro.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort