Unfall bei Dillingen Fahrer montiert Kennzeichen ab und rennt mit verletztem Kollegen davon

Dillingen · Vor den Augen eines Zeugen baut ein Unfallfahrer die Nummernschilder an seinem Auto ab und rennt davon. Später verpfeift ein Zeuge die Geflüchteten bei der Polizei.

 Schwerer Unfall bei Dillingen: Unfallfahrer und sein Begleiter fliehen. (Symbolbild)

Schwerer Unfall bei Dillingen: Unfallfahrer und sein Begleiter fliehen. (Symbolbild)

Foto: imago images/Fotostand/Fotostand / Reiss via www.imago-images.de

Kurioser Verkehrsunfall zwischen Dillingen und dem Stadtteil Diefflen am Donnerstagabend, 12. Januar: Dabei ist ein Mann verletzt worden. Der haute mit dem Fahrer zu Fuß ab – nicht ohne die Kennzeichen mitzunehmen. Später schnappten die Ermittler zu, berichtet ein Sprecher der Polizei in Saarlouis.

Das Unglück ereignete sich demnach auf der L143 gegen 21 Uhr. Ein Dillinger (24) war mit seinem silberfarbenen 3er-BMW in einer gefährlichen Kurve auf die falsche Seite geraten. Dort kam ihn ein Schmelzer (18) mit seinem SUV der Marke Hyundai entgegen.

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Was sich direkt nach dem Unfall bei Dillingen abspielte

Ein Ausweichmanöver war nicht mehr möglich, die beiden Wagen prallten zusammen. Der Mann in dem Geländewagen rief umgehend die Polizei. Unterdessen traute er seinen Augen nicht: Der Unfallverursacher machte sich an seinem eigenen Fahrzeug zu schaffen und montierte die Kennzeichen ab. Dabei soll ihm dessen blutender Beifahrer (27) aus Saarlouis geholfen haben.

Dann rannten sie davon und ließen ihre Karosse zurück. Um den Crash kümmerten sie sich nicht die Bohne. Der SUV-Fahrer und dessen Beifahrerin (18) konnten nur noch zusehen, wie die beiden Richtung Diefflen verschwanden. Die Unfallstelle befand sich etwa 200 Meter vom Ort entfernt.

Doch die Flucht war nicht lange von Erfolg gekrönt, wie der Polizeisprecher berichtet. Die Männer aus dem BMW hatten wohl Unterschlupf bei einem Mann in Diefflen gesucht. Der allerdings verpfiff sie, alarmierte die Polizei.

Wie die Polizei an den Unfallfahrer herankam

Die kam bei ihm vorbei und fasste die Geflüchteten gegen 22.45 Uhr. Dabei stellte sich heraus, dass der Beifahrer eine schwere Kopfverletzung bei dem Aufprall durch den Unfall erlitten hatte. Seine Jacke war blutgetränkt. Ein Krankenwagen wurde geordert, um ihn zu helfen.

Unterdessen stellte sich heraus, warum die beiden die Nummernschilder ihres Wagens lieber mitnehmen wollten, statt dort zu belassen: Sie gehörten gar nicht an den BMW, mit dem der Dillinger den Unfall gebaut hatte. Das Auto war auch gar nicht angemeldet sowie versichert. Die Hintergründe wollen die Fahnder nun klären, heißt es am frühen Freitagmorgen.

Der Mann im SUV und seine Beifahrerin sollen bei dem Zusammenstoß auf der Landstraße unverletzt geblieben sein. Allerdings waren beide Wagen nicht mehr selbstständig von der Stelle zu bewegen. Abschleppdienste waren erforderlich. Der Einsatz auf der Unfallstrecke dauerte nach Polizeiangaben rund zweieinhalb Stunden. In dieser Zeit führten Beamte den Verkehr an der unübersichtlichen Stelle vorbei.

Was auf den BMW-Fahrer jetzt an Verfahren zukommt

Das wird den mutmaßlichen Unfallverursacher unter anderem teuer zu stehen kommen: Er hatte sich ausgerechnet nicht um den Unfall gekümmert, der an einer gefährlichen Stelle passiert war. Ganz abgesehen davon, dass er ohnehin Unfallflucht begangen hat.

Zudem sollen Ermittlungsverfahren auf ihn zukommen, weil sein BMW, mit dem er unterwegs war, nicht gemeldet war. Die Staatsanwaltschaft ließ ihm noch am Abend den Führerschein abnehmen, meldet der Polizeisprecher. Alkohol soll indes nicht im Spiel gewesen sein.

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