Fahrerflucht in Mandelbachtal Tragischer Unfall mit einem Todesopfer (86) – Polizei setzt dringend auf Zeugen

Update | Mandelbachtal · Dramatische Szenen müssen sich abgespielt haben. Doch statt sich um das Opfer zu kümmern, machte sich ein Autofahrer in Mandelbachtal einfach auf und davon. Er ließ eine Frau auf offener Straße sterbend zurück. Auch mehr als einen Tag danach setzt die Polizei auf Zeugen.

Polizei: Fahrerflucht in Mandelbachtal – Frau (86) stirbt bei Unfall
Foto: dpa/Marijan Murat

Update von Montag, 19. Februar, 15.01 Uhr: Um das Unfallgeschehen in Mandelbachtal-Ormesheim, bei dem am Freitagabend eine 86-jährige Frau ums Leben gekommen ist, aufzuklären, hat die Polizeiinspektion Homburg eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Neue Erkenntnisse gibt es indes noch nicht. Derzeit könne noch nichts weiteres vermeldet werden, erklärte eine der Ermittlerinnen auf Anfrage unserer Zeitung.

Update von Sonntag, 18. Februar, 8.47 Uhr: Auch nach mehr als einen Tag nach dem tragischen Unfall in Mandelbachtal-Ormesheim, bei der eine Frau (86) ums Leben gekommen ist, sucht die Homburger Polizei nach dem flüchtigen Autofahrer. Er wird dafür verantwortlich gemacht, die Frau mit seinem Wagen erwischt und anschließend geflohen zu sein, ohne sich um das Opfer zu kümmern.

Nach tödlichem Verkehrsunfall erneuert Polizei Zeugenaufruf

Die 86-Jährige war in unmittelbarer Nähe ihres Hauses am Freitagabend, 16. Februar, gestorben. Die Staatsanwaltschaft beauftragte bereits kurz nach dem Unglück einen Gutachter, um den Fall zu rekonstruieren.

Mit ersten Details zum Hergang wandten sich die Ermittler an die Öffentlichkeit. Darüber erhoffen sie sich, mit Zeugenaussagen an den Fahrer heranzukommen, der seine Fahrt nach dem tödlichen Aufprall einfach fortsetzte. Doch bis Sonntagfrüh, 18. Februar, hätten die Dienststelle in der saarpfälzischen Kreisstadt keine entsprechenden Hinweise erreicht, meldet eine Sprecherin auf SZ-Nachfrage.

Unfallfahrer flüchtete in Richtung Blieskastel

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Foto: dpa/Eric Feferberg

Auch die am Tatort aufgelesenen Trümmerteile eines Wagens brachten die Fahnder bislang nicht auf die Spur zum Verursacher dieses dramatischen Zwischenfalls. Nach wie vor ist nur bekannt, dass der Fahrer in Richtung Blieskastel-Aßweiler unterwegs war. Wegen des gewaltigen Aufpralls gehen die Beamten von einem auffälligen Schaden an der Motorhaube aus.

Ursprungsmeldung von Samstag, 17. Februar, 16.02 Uhr: Bereits kurz nach dem tödlichen Unfall haben umfangreiche Ermittlungen begonnen, um den Hergang zu klären. Vor allem soll jener Autofahrer ausfindig gemacht werden, der für den tragischen Zwischenfall in Mandelbachtal verantwortlich ist. Eine Sprecherin der Polizei in Homburg mit ersten Details zu dem Unglück, bei dem eine Rentnerin ums Leben kam.

Opfer wollte zu ihrem Haus in Ormesheim

Es war am Freitagabend, 16. Februar. Die Frau soll auf dem Nachhauseweg gewesen sein. Sie war dabei, ihren Wagen in der Garage abzustellen. Im Mandelbachtaler Ortsteil Ormesheim. Zur gleichen Zeit gegen 19.15 Uhr näherte sich der 86-Jährigen auf der Straße ein weiteres Auto.

Wie sie es für gewöhnlich tat, hatte sie zunächst ihr Fahrzeug auf der gegenüberliegenden Straßenseite geparkt. Wie die Beamtin berichtet, sei die Seniorin ausgestiegen und wollte die Straße zu ihrem Haus hin überqueren, um das Garagentor zu öffnen.

Tochter macht ihre Mutter beim Vorbeifahren aufs Opfer aufmerksam

In diesem Augenblick kam der bislang unbekannte Fahrer mit seiner Karosse auf sie zu. Ungebremst soll er sein Opfer erfasst und durch den gewaltigen Aufprall durch die Luft geschleudert haben. Die Frau landete auf dem Gehweg.

Eine Autofahrerin, die kurz nach dem Crash von Erftweiler-Ehlingen nach Ormesheim unterwegs war, wurde von ihrer Tochter im Wagen auf die am Straßenrand liegende Frau aufmerksam gemacht. Sofort stoppten sie die Weiterfahrt, alarmierten die Polizei und kümmerten sich um das Opfer.

Polizei stellt Trümmerteile eines Autos an Unglücksstelle sicher

Kurz danach trafen auch schon Ersthelfer am Tatort ein. Umgehend machten sie sich daran, die Frau wiederzubeleben. Doch die Verletzungen waren zu schwer: Sie starb noch an der Unfallstelle. Der Verursacher indes hatte es nicht für nötig empfunden anzuhalten. Er setzte seine Fahrt einfach fort.

Sogleich begannen Ermittler damit, Spuren zu sichern, wie es seitens der Polizeisprecherin in der saarpfälzischen Kreisstadt weiter heißt. Dabei seien auch Trümmer sichergestellt worden. Es handle sich dabei um Plastikteile eines Autos. Möglicherweise stammten diese vom Unfallfahrzeug. Allerdings könnten diese bislang keinem Autotyp zugeordnet werden.

Staatsanwalt beauftragt Gutachter mit Spurensicherung

Unterdessen schaute sich ein Gutachter um. Diesen hatte die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken bestellt. Dies ist in solch gravierenden Fällen üblich. Er sollte weitere Beweise zusammentragen, um später den Unfallhergang zu rekonstruieren.

Was bislang bekannt ist: Der Unfallflüchtige muss nach bisherigem Kenntnisstand von Mandelbachtal aus in Richtung Blieskastel-Aßweiler unterwegs gewesen sein, als er die Ormesheimerin mit seinem Wagen erwischte. Deren Leichnam kam in die Uniklinik nach Homburg. Dort sollen Rechtsmediziner die genaue Todesursache feststellen.

Nach langer Sperrung: Polizei sucht jetzt Zeugen

Die betroffene Passage war während des Polizeieinsatzes über Stunden gesperrt. Wie es am Samstag heißt, gaben die Fahnder erst weit nach Mitternacht die Straße wieder frei. Die Vor-Ort-Ermittlungen waren gegen 0.20 Uhr beendet worden.

Weil vom Täter bisher jeder Spur fehlt, hoffen Polizisten nun auf Zeugen, die etwas mitbekommen haben. Insbesondere die das mögliche Unfallauto danach sahen. Wie die Polizeisprecherin mitteilt, müsste es an der Motorhaube schwer beschädigt worden sein. Denn bei dem Unglück habe es sich um einen Frontalzusammenstoß gehandelt. Sollte der Fahrer geschnappt werden, droht ihm bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft.

Hinweise an die Polizei in Homburg: Telefon (0 68 41) 10 60.

(hgn)
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