1. Blaulicht

Perl: Unbekannter setzt wiederholt Hundewelpen aus

Polizei eingeschaltet : Schon wieder: Unbekannter setzt bei Perl junge Hundewelpen aus (mit Video)

Seit einem Jahr tauchen immer wieder junge Hunde auf, die ein Unbekannter bei Perl aussetzt. Nach Angaben von Tierschützern deutet vieles darauf hin, dass es sich um den selben Täter handelt. Die Polizei ist eingeschaltet. Mittlerweile sind mehr als zehn Vierbeiner in Obhut des Tierheims.

Sie schauen einen mit ihren Kulleraugen an, sitzen schüchtern nebeneinander: zwei Hundewelpen. Sie sind gerade einmal sieben Wochen alt, heißt es von Verantwortlichen des Dillinger Hedwig-Trampert-Tierheims. Die jungen Vierbeiner waren bei Perl ausgesetzt worden. Jetzt sind zwei der Husky-Mischlinge zumindest vorerst in Obhut der Tierpfleger. Ein weiterer Welpe musste zuerst einmal in die Klinik: Er hat ein gebrochenes Bein, heißt es dazu auf der Facebook-Seite des Tierheims.

Tiere wurden zwischen Eft und Perl entdeckt

Die Merziger Polizei war nach Angaben eines Sprechers von einem Mitarbeiter des Perler Bauhofs über den tierischen Fund informiert worden. „Zwischen Eft und Perl waren die Tiere entdeckt worden.“ Ein Passant habe sie als erster erspäht und darauf die Gemeindemitarbeiter verständigt. Die wiederum setzten sich anschließend mit dem Tierheim in Verbindung.

Der Polizeisprecher bestätigt: „Das ist nicht das erste Mal.“ Mehrfach habe ein Besitzer Hunde dort einfach ihrem Schicksal überlassen. „Einen Hinweis auf den Täter haben wir bislang aber nicht.“

Täter droht hohes Bußgeld

Auch diesen Fall gaben die Ermittler ans Ordnungsamt des Landkreises Merzig-Wadern ab. Denn bei dieser Tat, Tiere auszusetzen, handelt es sich um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Das ahnden die Behörden als Ordnungswidrigkeit. Wird der Täter ausfindig gemacht, droht ihm ein Bußgeld. Das kann empfindlich ausfallen: Bis zu 25 000 Euro sind möglich. Kommt das Tier ums Leben, kann es sich sogar um eine Straftat handeln. (Tierschutzgesetz, Paragraf 18).

Unterdessen registrierten die Verantwortlichen des Tierheims in Dillingen bereits im Sommer 2021 einen ersten derartigen Fall. So sollen am 20. August vier etwa acht Wochen alte Husky-Wolfshund-Welpen auf dem Schneeberg aufgetaucht sein – im selben Terrain wie zuletzt. Anfang Juni dieses Jahres lasen die Tierschützer fünf Welpen auf. Am 16. Juli folgte ein einjähriger Rüde, am 6. September ein weiterer.

Hunde ausgesetzt: Handelt es sich dabei um den selben Täter?

Wie sich aus dem Interneteintrag ergibt, sind die Tierheim-Experten davon überzeugt, dass es sich zumindest bei den Fällen vom August 2021 und Juni dieses Jahres um den selben Täter handelt. Denn beides Mal wiesen die Tiere typische Merkmale auf: einen seltenen Gendefekt, der bei allen zu einem Sehfehler führe.

So fing junger Mann aus dem Ort die Welpen ein

Jan Zehren war der junge Mann, der zuletzt die Welpen zwischen dichten Hecken herausfischte. „Ich habe den Hinweis von einer Spaziergängerin bekommen, die mit ihren Hunden dort unterwegs war“, sagt er. Um die verängstigten Tiere einzufangen, habe der 27-Jährige Bekannte angerufen. Gemeinsam umzingelten sie die Hunde, damit sie in ihrer Panik nicht entwischten. Dann habe er sie nacheinander eingefangen.

So ganz unblutig ging dies nicht über die Bühne. Denn einer der beiden Babys biss Zehren kräftig in die Hand. Das sei aber alles halb so wild. Denn der Mann aus Eft-Hellendorf habe selbst zwei Schäferhunde und sei damit Kummer gewöhnt. Die Bisswunden – sie heilten rasch.

Um herauszufinden, wer sich immer wieder bei Perl illegal von Tieren trennt, setzen die Ermittler auf Zeugen.

Kontakt zur Polizei in Merzig: Tel. (0 68 61) 70 40.