„Der Stich ging in den Halsbereich“ Messer-Attacke im Hauptbahnhof Saarbrücken – Beschuldigter sitzt in Untersuchungshaft

Update | Saarbrücken · Am Montagabend hat sich ein bewaffneter Angriff am Hauptbahnhof Saarbrücken ereignet. Ein Mann musste mit schweren Stich-Verletzungen ins Krankenhaus. Ein 32-jähriger Tatverdächtiger sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Die Vorwürfe wiegen schwer.

 Der mutmaßliche Täter (Bildmitte) kurz vor der Haftvorführung am Amtsgericht in Saarbrücken.

Der mutmaßliche Täter (Bildmitte) kurz vor der Haftvorführung am Amtsgericht in Saarbrücken.

Foto: BeckerBredel

Der Angriff mit einem Messer in Saarbrücken – der Überblick nach bisherigem Ermittlungsstand von Polizei und Staatsanwaltschaft:

  • Montag, 10. Juni, 17.30 Uhr: Ein Mann greift sein Opfer mit einem Messer im Zug an und trifft ihn mit einem Stich am Hals.
  • Montag, 10. Juni, 20.30 Uhr: Der mutmaßliche Täter (32) stellt sich der Polizei und kommt in Gewahrsam. Der Verletzte (21) ist nach einer Operation nicht in Lebensgefahr.
  • Dienstag, 11. Juni, 18.30 Uhr: Ein Richter am Amtsgericht verhängt Untersuchungshaft. Tatverdacht: versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung.

Die Messer-Attacke in Saarbrücken – zum Stand der Ermittlungen

Nach der Messer-Attacke in einer Regionalbahn am Hauptbahnhof in Saarbrücken sitzt der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft. Ein Richter am Amtsgericht in der Landeshauptstadt schickte den 32-Jährigen am späten Dienstagabend, 11. Juni, ins Gefängnis auf der Lerchesflur. Der dringender Verdacht: Der Mann soll sich des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung schuldig gemacht haben. Darüber informiert Staatsanwaltssprecher Thomas Schardt auf SZ-Anfrage.

Nach der Tat riegelte die Polizei einen Zug im Bahnhof in Saarbrücken ab.

Nach der Tat riegelte die Polizei einen Zug im Bahnhof in Saarbrücken ab.

Foto: Thorsten Kremers

So wird ihm vorgeworfen, am Montag gegen 17.30 Uhr seinem Opfer unvermittelt mit einem Messer in den Hals gestochen zu haben. Darauf kam der 21-Jährige ins Krankenhaus, um operiert zu werden. Er soll nicht in Lebensgefahr schweben, berichtet ein Polizeisprecher.

Zu dem blutigen Zwischenfall war es in einem Zug aus Trier der Bahn-Tochter Süwex gekommen. Anschließend flüchtete der Tatverdächtige zunächst. Beamte der Bundes- und Landespolizei suchten nach ihm. Die kriminalpolizei (Kripo) sperrte unterdessen den Tatort ab und sicherte Beweise. Nach Ermittlerangaben soll er sich noch am selben Tag gegen 20.30 Uhr den Fahndern gestellt haben. Danach kam er bis zu seiner Haftvorführung bei der Polizei in Gewahrsam.

 Nach der Einfahrt dieses Zuges in den Bahnhof ereignete sich die gefährliche Attacke.

Nach der Einfahrt dieses Zuges in den Bahnhof ereignete sich die gefährliche Attacke.

Foto: Thorsten Kremers

Die Tatwaffe fanden die Ermittler vor Ort. Allerdings scheint unklar, wie es zu der gefährlichen Auseinandersetzung im Wagen gekommen war. Bisher deute alles darauf hin, dass sich die Kontrahenten nicht kennen sollen. Sie seien beide aus dem Saarland. Der Beschuldigte habe sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft bisher nicht im Detail zu den Vorwürfen geäußert.

Update von Dienstag, 11. Juni, 18.30 Uhr: Untersuchungshaft angeordnet: Ein Haftrichter am Amtsgericht in Saarbrücken hat wegen der Messer-Attacke im Hauptbahnhof einen 32 Jahre alten Mann ins Gefängnis geschickt. Wie Staatsanwaltssprecher Thomas Schardt der SZ mitteilt, fiel die Entscheidung am späten Dienstagnachmittag, 11. Juni. Der Vorwurf lautet auf versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

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Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am Montag gegen 17.30 Uhr mit einem Messer einem 21-Jährigen in den Hals gestochen zu haben. Der Vorfall ereignete sich in einem Regionalzug. Das Opfer kam kurz darauf ins Krankenhaus, wo es operiert wurde. Die Hintergründe zur Tat sind noch unklar. Der jetzt Inhaftierte soll sich zu Details bislang nicht geäußert haben.

Update von Dienstag, 11. Juni, 16.15 Uhr: Die Lage für den Beschuldigten verschärft sich. So geht die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken im Zusammenhang mit der Messer-Attacke im Hauptbahnhof Saarbrücken von einem noch schwerwiegenderen Verdacht als bislang aus. Das teilt deren Sprecher Thomas Schardt auf SZ-Anfrage mit.

Erneut wird Tat-Vorwurf nach Messer-Attacke in Saarbrücken heraufgestuft

War zunächst seitens der Bundespolizei nach dem Zwischenfall vom Montag, 10. Juni, von gefährlicher Körperverletzung die Rede, stufte die saarländische Polizei das Ganze am Tag darauf als versuchte Tötung ein. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft sogar wegen des Verdachts des versuchten Mordes. In einer Regionalbahn von Trier in die saarländische Landeshauptstadt soll ein 32-Jähriger sein 21 Jahre altes Opfer am Montag gegen 17.30 Uhr völlig überraschend mit einem Stich in den Hals verletzt haben. Der Saarländer wurde in einer Klinik operiert und soll nicht in Lebensgefahr schweben. Der mutmaßliche Täter soll im Laufe des Dienstags vor den Haftrichter kommen.

Update von Dienstag, 11. Juni, 14.35 Uhr: Nach der Festnahme eines Mannes wegen der Messer-Attacke am Montagnachmittag, 10. Juni, haben die Ermittler den Tatvorwurf erheblich verschärft. Das berichtet Falk Hasenberg auf SZ-Anfrage. Zunächst waren die Beamten von einer gefährlichen Körperverletzung ausgegangen, sagt der Sprecher beim Landespolizeiprädium. Jetzt aber werde wegen versuchter Tötung am Hauptbahnhof in Saarbrücken ermittelt.

Nach Messer-Attacke in Saarbrücken: Das wirft die Polizei dem mutmaßlichen Täter vor

Demnach soll der 32-Jährige mit einem Messer sein Opfer schwer verletzt haben. Er stach ihm in den Hals. Der 21 Jahre alte Zug-Passagier kam darauf ins Krankenhaus, um operiert zu werden. Er soll sich nicht in Lebensgefahr befunden haben.

Zu den Hintergründen der Tat, die sich gegen 17.30 Uhr zugetragen haben soll, gibt es offiziell nach wie vor keine Angaben. Der Beschuldigte soll noch am Dienstagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt werden. Der entscheidet dann, ob der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft kommt.

Erste Details zur Tat im Hauptbahnhof Saarbrücken

Ursprungsmeldung von Montag, 10. Juni, 20.30 Uhr und Update von Dienstag, 11. Juni, 9.49 Uhr:

Bei einem bewaffneten Angriff im Hauptbahnhof Saarbrücken ist ein Mann schwer verletzt worden. Umgehend kam er am späten Montagnachmittag, 10. Juni, ins Krankenhaus. Ärzte operierten ihn sofort.

Wie eine Sprecherin der Bundespolizei auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung am Dienstagmorgen mitteilt, stellte sich der Tatverdächtige (32) mit türkischer Staatsangehörigkeit auf der Dienststelle der Bundespolizei am Saarbrücker Hauptbahnhof am Montag gegen 20.30 Uhr selbst und wurde festgenommen. Im Laufe des Dienstags soll er dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. „Zum Tatmotiv können weiterhin keine Angaben geäußert werden“, hieß es.

Der Tatverdächtige sei bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde in der Regionalbahn gefunden. „Gegenstand der Ermittlungen ist auch die Frage, ob sich sich das Opfer und der mutmaßliche Täter gekannt haben“, erklärte die Sprecherin der SZ. Die beiden hätten sich in dem Zug in einer Vierer-Sitzgruppe gegenüber gesessen. Nach bisherigen Erkenntnissen hätten sich das Opfer und der mutmaßliche Täter aber nicht gekannt.

Attacke auf Fahrgast im Hauptbahnhof Saarbrücken

Am Montag war es gegen 17.30 Uhr zu dem blutigen Angriff gekommen. Dabei habe es einen 21-jährigen Deutschen aus dem Saarland erwischt, der mit einem aus Trier kommenden Zug die saarländische Landeshauptstadt gerade erst erreicht hatte.

Ohne Vorwarnung habe der ihm Unbekannte ein Messer gezückt und zugestochen. „Der Stich ging in den Halsbereich“, so die Sprecherin der Bundespolizei. Dann soll der Täter den Bahnsteig verlassen haben und davongerannt sein.

Ärzte auf dem Winterberg kümmern sich um Opfer

Bereits kurz nach dem Übergriff brachte ein Krankenwagen das Opfer auf den Winterberg in Saarbrücken. Dort sei umgehend eine Not-Operation erfolgt. Der Verletzte schwebe nicht in Lebensgefahr. Allerdings seien die Blessuren schwer. Bis zum Dienstmorgen konnte das Opfer der Messerattacke noch nicht befragt werden.

Während sich Mediziner um den Patienten kümmerten, begann die Fahndung nach dem Mann, der nach der Attacke das Weite gesucht hat. „Kräfte der Bundespolizei sperrten unmittelbar darauf den Tatort in der Regionalbahn ab und stellten im Rahmen der Tatortarbeit ein mögliches Tatmesser und das umfangreiche Videomaterial sicher“, teilte die Bundespolizei mit. Zusätzlich waren Beamte der Kriminalpolizei vor Ort, um Beweise zu sichern.

Fahnder suchen weiter nach dem mutmaßlichen Angreifer

Dazu blieb der betroffene Bahnsteig 5 eine Zeit lang gesperrt. Auch die betroffene Regionalbahn (RB) 71 musste stehen bleiben. Dabei habe es sich um einen Zug der Bahn-Tochter Süwex (Südwest-Express) gehandelt. Der Bahnhof an sich habe nicht abgeriegelt werden müssen. Weitere Verletzte seien nicht zu beklagen. Die Bundespolizei sucht weiter nach Zeugen, die Hinweise zu der Tat geben können.

Hinweise bitte an die Bundespolizeiinspektion in Saarbrücken: Telefon 06826 - 522 - 0.

(hgn/frö)
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