Verfolgungsjagd über die A8 Audi-Fahrer flüchtet vor EM-Grenzkontrolle – und crasht in Limbach

Die Grenzkontrollen während der Fußball-Europameisterschaft sind nicht sonderlich beliebt. Ein Autofahrer hat dabei jetzt sogar sein Heil in der Flucht gesucht – und hatte dafür wohl einen guten Grund.

Hornbach: Grenzkontrolle zur EM zieht Verfolgungsjagd nach sich
Foto: dpa/Friso Gentsch

Wegen den neu angeführten Grenzkontrollen im Rahmen der Fußball-EM waren am Mittwoch, 19. Juni, Beamte der Bundespolizei in Hornbach unterwegs. Als sie gegen 06.45 Uhr den von der französischen Grenze herannahenden Fahrer eines grünen Audi A6 zum rechts ranfahren aufforderten, drückte der junge Erwachsene laut Polizeiangaben lieber auf die Tube und versuchte die Polizei mit waghalsigen Fahrmanövern abzuhängen. Eine Gefahr für die kontrollierenden Beamten bestand allerdings keine, wie Patrick Lankeit, Pressesprecher der Bundespolizeidirektion Koblenz, mitteilt. Es hätte sich nicht um ein Durchbrechen der Kontrolle gehandelt, da der Fahrer nur mit überhöhter Geschwindigkeit geflohen sei und keine Polizisten zu überfahren drohte.

Verfolgungsjagd über die Autobahn

Von Hornbach aus flüchtete der Raser nach Angaben der Homburger Polizei erst in Richtung Flugplatz Saarbrücken und anschließend auf die A 8 in Richtung Saarland. Ab hier übernahm dann die Polizeiinspektion Homburg die Einsatzleitung und verfolgte den Fahrer quer durch Ingweiler, Wörschweiler, Schwarzenacker, Einöd, Furpach und Bayrisch Kohlhof.

In Limbach kam es dann zu einem folgenschweren Fahrfehler: Auf der Hauptstraße nahe des Ortseingangs verlor der Audi-Fahrer die Kontrolle über den Wagen und krachte in einen geparkten Pkw und eine benachbarte Begrenzungsmauer.

Zu Fuß ging die Flucht weiter

Zwei Insassen des gecrashten Audis versuchten daraufhin, zu Fuß der Polizei zu entwischen. Ein dritter Mitfahrer, der wegen einer Gehbehinderung wohl keine Chancen hatte davonzukommen, stellte sich den Einsatzkräften. Ein Wiedersehen mit seinen Kollegen sollte jedoch nicht allzu lange dauern. Drei Stunden fahndeten die Polizeiinspektionen Homburg, Saarbrücken, Neunkirchen und St. Ingbert samt Hundestaffel und Drohneneinheit der Bereitschaftspolizei. Dann wurden die beiden Flüchtigen in einem Limbacher Wohngebiet gefasst.

Kein Interesse an einer Kontrolle

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Warum die drei Insassen des Audi-A6 – ein 21-Jähriger und ein 24-Jähriger aus Homburg sowie ein 22-Jähriger aus Limbach – keine Lust auf Grenzkontrollen hatten, hat die Polizei schnell herausfinden können. Der Audi war weder zugelassen noch versichert, wie die Polizeiinspektion Homburg mitteilt. Die verwendeten Kennzeichen seien gestohlen – und hätten damit einem Kennzeichen-Abgleich natürlich nicht standhalten können.

Der 21-jährige Homburger, der wegen mehrerer Eigentums- und Verkehrsdelikte polizeibekannt ist, gab an, den Audi gefahren zu haben. Ihm und seinen beiden Mitfahrern werden jetzt eine ganze Reihe an Rechtsbrüchen vorgeworfen – die Polizei hat Ermittlungsverfahren wegen Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Verbotenem Kraftfahrzeugrennen, Unfallflucht und weiteren Delikten eingeleitet. Auch ein Verdacht auf Drogeneinfluss steht im Raum und wird jetzt durch Bluttests abgeklärt.

Nur leichte Verletzungen

Trotz der halsbrecherischen Fahrt wurden die drei jungen Erwachsenen im Audi nur leicht verletzt. Dritte kamen nicht zu Schaden. Der Audi-A6 und der parkende Pkw, in den die Flüchtigen gecrasht sind, erlitten jeweils einen Totalschaden. Ein weiterer geparkter Pkw bekam einige Trümmerteile ab und wurde so ebenfalls beschädigt.

Zeugen, die bei der Verfolgungsfahrt gefährdet oder geschädigt worden sind oder Hinweise zur Tat haben, werden gebeten sich bei der Polizeiinspektion Homburg unter (0 68 41) 10 60 zu melden.