1. Blaulicht

Hitlergruß im Ludwigsparkstadion Saarbrücken: Verdächtiger gefunden

Öffentlichkeitsfahndung eingestellt : Nach Hitlergruß im Saarbrücker Ludwigsparkstadion: Verdächtiger meldet sich selbst bei Polizei

Ein Fußball-Fan soll bei einem Spiel des 1. FC Saarbrücken mehrmals den verbotenen Hitlergruß gezeigt haben. Die Polizei leitete eine öffentliche Fahndung ein. Nun hat sich der Gesuchte selbst gemeldet.

Während eines Fußballspiels im Saarbrücker Ludwigsparkstadion im letzten Jahr soll ein Mann mehrfach den Arm zum verfassungswidrigen Hitlergruß erhoben haben. Am Montag, 28. November, leitete die Polizei eine Öffentlichkeitsfahndung ein und bat die Bevölkerung um Unterstützung bei der Suche nach dem Mann.

Hitlergruß bei Spiel gegen Kaiserslautern in Saarbrücken

Am 6. November 2021 spielte der 1. FC Saarbrücken im Ludwigsparkstadion gegen den 1. FC Kaiserslautern. Ein Mann soll während des Spiels mehrfach den verbotenen Hitlergruß in Richtung des Kaiserslauterner Fanblocks gezeigt haben. Der Polizei liegen Filmaufnahmen vor, die das belegen.

Doch warum hat es ein Jahr bis zur Öffentlichkeitsfahndung gedauert? „Eine öffentliche Fahndung mit Bild ist ein massiver Eingriff ins Persönlichkeitsrecht“, erklärt Polizeisprecher Stephan Laßotta auf SZ-Anfrage. „Diese Möglichkeit wird erst in Erwägung gezogen und von Staatsanwaltschaft und Richter geprüft, wenn alle anderen Ermittlungswege versucht wurden.“

Laut Laßotta handelt es sich bei dem Video, aus dem die Fahndungsfotos stammen, um keine Polizeiaufnahmen. Genauere Angaben zur Herkunft des Videos macht die Polizei nicht.

Gesuchter meldet sich nach Öffentlichkeitsfahndung selbst bei Polizei

Anscheinend trug die Öffentlichkeitsfahdung Früchte: Bereits am 29. November, einen Tag nach Beginn, stellte die Polizei die sie wieder ein. Der Gesuchte meldete sich laut Polizeiangaben selbst bei den Behörden.

Die Abteilung für polizeilichen Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts auf Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Was blüht dem Mann, falls der Verdacht sich bestätigt? „Das ist eine Straftat, auf die eine Geldstrafe oder Freiheitsentzug bis zu drei Jahre steht“, erklärt Laßotta.

Weitere sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei per Onlinewache des Landespolizeipräsidiums entgegen oder unter der Rufnummer des Kriminaldauerdienstes (0681)9622133.