Unrühmliche Top-Platzierung bundesweit So viele Sexualstraftaten registriert die Polizei am Hauptbahnhof Saarbrücken

Saarbrücken · Wenn es um Sexualdelikte geht, nimmt der Hauptbahnhof in Saarbrücken einen der unrühmlich oberen Plätze bundesweit ein. Die Bundespolizei verzeichnet in ihrer Statistik eine Reihe von Fällen für das Jahr 2022.

 Laut Statistik der Bundespolizei zählt der Hauptbahnhof in Saarbrücken zu einem Kriminalitätshotspot. (Archivaufnahme)

Laut Statistik der Bundespolizei zählt der Hauptbahnhof in Saarbrücken zu einem Kriminalitätshotspot. (Archivaufnahme)

Foto: Matthias Zimmermann

Vergewaltigung und Exhibitionismus: Diese zählen unter anderem zu Sexualdelikten. Die Bundespolizei registriert diese Fälle separat von anderen Zwischenfällen. Gleichzeitig erstellt sie eine Statistik darüber, an welchen Bahnhöfen in Deutschland es zu den meisten dieser Straftaten kommt. Das Ergebnis: Saarbrücken steht recht weit oben.

Sexualstraftaten: auf diesem Platz landet Saarbrücken

Das geht aus der jüngsten Kriminalitätsstatistik der Bundespolizei hervor, die sich auf das Jahr 2022 bezieht. Die meisten Sexualstraftaten entfallen demzufolge auf den Hauptbahnhof in Köln. Hier kamen Ermittler im vergangenen Jahr auf 44 Fälle. Dahinter folgt Nürnberg mit 40 Sexualdelikten. Auf dem dritten Platz landet Frankfurt/Main (32).

Wie es in der Kriminalitätsstatistik weiter heißt, gingen Fahnder am Bahnhof in der saarländischen Landeshauptstadt im selben Zeitraum 15 derartiger Zwischenfälle nach. Das bedeutet: Saarbrücken liegt bei den reinen Fallzahlen auf dem zehnten Platz.

Das sind die 25 gefährlichsten Städte in Deutschland
27 Bilder

Das sind die 25 gefährlichsten Städte in Deutschland

27 Bilder
Foto: dpa/Philipp Schulze

Was bei den Zahlen zu beachten ist

Doch aufgepasst: Die tatsächlichen Fallzahlen stehen nicht in Relation zu den Pendlern und Reisenden, die pro Tag einen Bahnhof passieren. Damit geben die Angaben auch keine Auskunft darüber, wie hoch das Risiko ist, Opfer solch eines Übergriffes zu werden.

Wie eine Bahn-Sprecherin bereits im Frühjahr auf SZ-Anfrage mitteilte, werden in Hamburg im Schnitt täglich 537 000 Menschen gezählt. Auf den folgenden Rängen stehen Hannover mit 261 000 und Nürnberg mit 210 000 Personen pro Tag. Saarbrücken kommt danach gerade mal auf 29 000 Besucher und Bahnreisende.

So viele Straftaten ereigneten sich insgesamt an Bahnhöfen

Wie aus der Statistik der Bundespolizei des Weiteren hervorgeht, ereigneten sich insgesamt 123 405 Straftaten 2022 an Bahnhöfen und in Zügen. Darunter: Körperverletzung, Diebstahl, Drogenhandel, Waffenhandel, Sachbeschädigung – und eben Sexualstraftaten. Geht es nach der Kriminalstatistik aller Straftaten rangiert Saarbrücken auf dem 19. Platz. Hier kamen im Vorjahr 187 Fälle zusammen.

Hamburg liegt mit 667 Fällen an der Spitze. Es folgen Hannover (549) und Nürnberg (548). Aber auch hier gilt: Diese absoluten Zahlen stehen nicht im Verhältnis zu den Personen, die täglich den jeweiligen Bahnhof passieren. Die Rangliste ergibt sich ausschließlich aus den reinen Fallzahlen.

Wie groß das Risiko ist, Opfer einer Straftat am Bahnhof zu werden

Bereits im März reagierte die Deutsche Bahn (DB) auf diese Angaben. Täglich würden in den deutschlandweit 5700 Bahnhöfen an die 21 Millionen Menschen gezählt. Verglichen mit den Straftaten sei das Risiko, Opfer zu werden, verschwindend gering, meldete damals eine DB-Sprecherin.