Europaweite Razzia Kampf gegen Mafia – auch zwei Männer aus dem Saarland gehen Fahndern ins Netz

Update | Saarbrücken/Saarlouis · In Zusammenarbeit mit europäischen Fahndern von Interpol haben Hunderte Beamte am frühen Mittwochmorgen auch in Deutschland zahlreiche Häuser durchsucht. Im Saarland waren Ermittler ebenfalls unterwegs. Es ging um einen massiven Schlag gegen organisierte Kriminalität.

Zwei Männer aus dem Saarland gehen Fahndern ins Netz
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Zwei Männer aus dem Saarland gehen Fahndern ins Netz

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Foto: BeckerBredel

Im Kampf gegen die Mafia hat es europaweit Durchsuchungen und Festnahmen gegeben. Seit dem frühen Mittwochmorgen, 3. Mai, sind Hunderte Ermittler in mehreren Bundesländern im Einsatz. An dem europaweiten Großeinsatz sind seit 4 Uhr auch Einsatzkräfte im Saarland beteiligt. Das teilt eine Sprecherin des Landeskriminalamtes (LKA) in Mainz auf SZ-Anfrage mit.

Schlag gegen Mafia: Durchsuchungen in Saarbrücken und Saarlouis

In Saarbrücken durchsuchten Fahnder ein Wohnhaus und Geschäftsräume eines Mannes (47) sowie von ihm gemietete Räume in Saarlouis. Ihn nahmen Kollegen in Italien fest.

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Hier ist die Kriminalität im Saarland am höchsten

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Foto: dpa/David Inderlied

Ein 25-Jähriger aus dem Saarland wurde ebenfalls in Italien geschnappt. 90 Ermittler waren im Saarland an der Razzia beteiligt.

Das wird einem der Beschuldigten vorgeworfen

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Saarbrücken handelt e sich bei dem Geschäft in Saarlouis um eine Eisdiele. Der 47-Jährige wurde durch die italienischen Behörden per internationalem Haftbefehl gesucht und in der Region um Mailand gefasst, heißt es weiter. Ihm wird vorgeworfen, mit Kokain, Haschisch und Marihuana „in nicht geringen Mengen“ gehandelt zu haben. Außerdem gehe es um Geldwäsche sowie um die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, sprich: Mafia.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen unter anderem Geschäftskonten gepfändet worden sein. Das Eiscafé sei versiegelt. In Absprache mit den italienischen Fahndern könnte auf ihn auch im Saarland ein weiteres Verfahren in ähnlichen Angelegenheiten zukommen. Dazu seien Beweise auch an seiner Wohnadresse in Saarbrücken sichergestellt worden.

Zum zweiten Tatverdächtigen machten die saarländischen Ermittler keine weiteren Angaben. Hier laufe das Verfahren ausnahmslos in Italien.

Europaweiter Einsatz seit dem frühen Mittwochmorgen

Dabei geht es nach Angaben des Landeskriminalamtes in Rheinland-Pfalz um italienische organisierten Kriminalität der Vereinigung 'Ndrangheta. Geldwäsche, bandenmäßige Steuerhinterziehung, gewerbsmäßiger Bandenbetrug sowie Rauschgiftschmuggel wird vorgeworfen.

In den europaweiten Großeinsatz sind viele Stellen involviert. Zur gemeinsamen Ermittlungsgruppe gehören Europol und Eurojust. Eurojust ist eine Einrichtung der Europäischen Union (EU). Hier arbeiten Behörden für bei Strafsachen zusammen. Bei Europol handelt es sich um das europäische Kriminalamt.

Bei der aktuellen Razzia sind Sicherheitsbehörden aus Belgien, Frankreich, Italien, Portugal und Spanien ebenfalls im Einsatz.

Hunderte Ermittler auch in Bayern, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen

In Bayern waren 130 Einsatzkräfte an zehn Objekte vor Ort. Es folgten vier Festnahmen, heißt es in einer ersten Mitteilung. In Nordrhein-Westfalen durchsuchten rund 500 Einsatzkräfte 51 Häuser, Wohnungen, Büros und Geschäftsobjekte und vollstrecken 15 Haftbefehle. Rund 500 Einsatzkräfte der Polizei Rheinland-Pfalz verhafteten zehn Beschuldigte und waren an 50 Orten unterwegs. Thüringen war ein weiteres Bundesland der Fahnder.

Im Laufe des Tages soll es an verschiedenen Orten Pressekonferenzen zu weiteren Details geben. Das kündigt die Mainzer LKA-Sprecherin auf Nachfrage an.

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